Volker Johannes Trieb

>> Labrys <<

Wege ins Labyrinth

12.07.-08.09.2002

Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr.
Führungen durch das Labyrinth vom Künstler lassen sich unter 0 54 52/ 33 30 verabreden
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In der Scheune des Mettinger Schultenhofes gelingt dem Osnabrücker Künstler Volker Johannes Trieb derzeit mit einer Werkschau ein großer Wurf der für ihn so typischen Ausdrucksweise. Nämlich die Werkstoffe Eisen, Keramik und Malerei nicht nur in einzelnen Skulpturen, sondern in einem Gesamtkonzept mit dem uralten Mythos "Stier" ins Werk zu setzen.

Immer wieder tritt der Betrachter auf urige Stiergestalten in den Triebschen Ausdruckformen zu. Scheinbar schwerelos dahinschwebendes rohes Eisen - geformt zu einem kraftvollen Stierschädel, eine mächtige Eisenstele auf der immer wieder diese energiestrotzenden Symboltiere der Stärke, des Ursprungs Europas, der unberechenbaren Gegnerschaft des allzu "zivilisierten" Menschen erscheinen. Taucht die Kopfform des Stieres auf, so ist sie meist von einem piktogrammartigen Kürzel für die Hörner gekrönt, ein schwungvolles Halbrund aus edlem Stahl.

Freude gewinnt der Besucher auch aus der farblich sehr zurückhaltenden Glasur-Malerei auf den Objekten. Geheimnisvolle Hieroglyphen oder Zeichen, die nur der Eingeweihte kennt? Keineswegs die Malerei rein informell. .

Sie erzeugt eine Beziehung zu den gestalterisch kühnen Skulpturen, unterstützt und vollendet deren Absicht. Trieb definiert ja den Irrgarten als einen Ort der Suche und der Neuerfahrung und trifft damit genau die Absicht der Kunst als Erfahrung des Neuen.

Verlässt der Besucher das mythische Labyrinth, so erwarten ihn weitere Werke, die gestalterisch und farblich gar nicht so sehr von der Formensprache der alten Scheune abweichen. Auch hier wurden in vollendeter Weise Schlichtheit des Materials und Exotik des Ausdrucks in wohltuender Kombination vereint.

Nicht wenig erstaunt waren die Besucher der Eröffnung auch über die gelungene Technik des Labyrinths, die ein wirklich genialer Eigenbau des Fördervereins Schultenhof in Person des Mitglieds Gödde ist. Der Vereinsvorsitzende Bernhard Kötter, wies auch auf die Trinkgefäße für die Besucher hin, die ebenfalls an den Stier erinnerten, diesmal humorvoll mehr an das altgermanische Metgefäß.

Die Schau ist noch bis zum 8. September jeweils von 15 bis 18 Uhr zu sehen.