Pressereaktionen

Neue Osnabrücker Zeitung vom 17.05.2004

Auf dem Heimweg ein Lächeln im Gesicht

Klezmerabend mit der Berliner Band "Di Grine Kuzine"
Applaus für großartige Leistung

Mettingen (pf)

"Funky Pukanky" ist der Titel des dritten Albums der Gruppe Di Grine Kuzine. Pukanky bedeutet Popcorn, und davon gab es am Samstagabend in der Scheune auf dem Schultenhof eine gehörige Portion. Nach anfänglichem Sieden folgte eine Explosion der nächsten. Klezmer-Musik war angesagt, doch sollte es dabei nicht bleiben. Zu gern folgte ein begeistertes Publikum Alexandra Dimitroff und ihren Mannen auf der musikalischen Reise - egal wohin.

Die Berliner Göre mit bulgarischen Wurzeln sang frisch, frech oder mit viel Gefühl die Balladen, die das Leben schrieb. Von Verrat und Betrug handelten die Lieder, von unglücklichem Kasernenleben und gebrochenem Herzen.

"Ich habe das Singen, meine Männer das Sagen", behauptet Dimitroff. In der Tat war die Leistung von Karel Komnatoff (Trompete), Max Hacker (Klarinette und Soprano), Steve Lukanky (Tuba) und Snorre Schwarz auf einzigartigen Drums mehr als nur der Rede wert. Professionalität strahlte aus allen Poren der Vollblutmusiker, die seit sechs Jahren der Leadsängerin von Berlin aus quer durch Europa folgen und Preise einheimsen. Dabei - und das machte das Programm am Freitag nur zu deutlich - zeigte die Kompassnadel häufig gen Osten.

Viele Lieder brachten sie von ihren Reisen in die Ukraine, Polen und Slowenien mit, singen von dem, was sie erleben, von Freunden und Begebenheiten, vom Leben pur, Für musikalische Überraschungen ist die temperamentvolle Truppe immer gut. Da beginnt ein Stück als Klezmermelodie ganz harmlos, was dann - Besame mucho - als Latino-Klassiker enden soll. Da entwickelt sich eine traditionelle hebräische Melodie urplötzlich zum Ketchup-Song - Asereje - und zaubert der verblüfften Zuhörer ein Lachen ins Gesicht. Alexandra Dimitroff erweckte am Freitagabend ihr Akkordeon mit großer Gestik- zum Leben, die vier Männer standen ihr in nichts nach und ernteten tosenden Zwischenapplaus für Instrumentalsoli vom Feinsten. Und wer dann noch a cappella wollte, der bekam auch das.

Der Förderverein Mettinger Schultenhof hatte zu diesem großen Musikabend geladen. Ein wenig mehr Publikum wäre wünschenswert gewesen, doch wer nicht kam, war selbst schuld, entging ihm doch ein einmaliger Musikgenuss. All jene, die sich auch die dritte und vierte Zugabe nicht entgehen ließen und schließlich begeistert durch die Scheune tanzten, gingen in bester Stimmung nach Hause. Immer noch mit einem Lachen im Gesicht,