Förderverein beginnt sein Jahresprogramm 2006

Mit einem interessanten Konzert in nicht ganz alltäglicher Besetzung bagann der Förderverein Mettinger Schultenhof sein diesjähriges Programm auf dem Schultenhof.

Am 20.1. um 20 Uhr trat das "Trio Concertare" im Haupthaus auf. Schon die Besetzung mit Heike Eickhoff (Oboe), Horst Rapp (Horn) und Werner Marihart (Klavier) dürfte nicht alle Tage zu hören sein.

Ein vielseitiges Programm begeisterte alle Musikfreunde, die im Mozartjahr auch andere Komponisten nicht vergessen möchten. So wurden Werke von Giovanni Battista Bononcini, Tamara Popatenko, Eugène Bozza, Max Bruch, Robet Clèrisse, Johann Sebastian Bach, Jean-Michel Damase, Alessandro Marcello und Georg Philipp Telemann aufgeführt.


Ibbenbürener Volkszeitung vom 23.01.2006

Kleine kammermusikalische Kostbarkeiten entzückten

METTINGEN Was macht wohl den Charme einer Veranstaltung aus? In erster Linie sind es natürlich die agierenden Menschen, danach zählt aber das stimmige Drumherum. Das bewies das "Trio Concertare" mit Heike Eickhoff (Oboe), Horst Rapp (Horn) und Werner Marihart (Klavier), das auf Einladung des Fördervereins am Freitagabend im Mettinger Schultenhof gastierte. Vor mehr als 60 Hörern bot es ein reizendes Konzert mit kleinen kammermusikalischen Kostbarkeiten vom Barock bis in die Gegenwart.

So unbekannt die meisten Stücke waren und so ungewohnt die Zusammenstellung von Oboe, Horn und Klavier ist, so vertraut war dem Publikum der aus Österreich stammende Kapellmeister Marihart, der Spiritus Rector des Trios. Marihart ist nicht nur als vielseitiger Pianist, sondern auch als ehemaliger Leiter des Bergwerksorchesters Ibbenbüren, in der Region recht bekannt.

In vollem Bewusstsein des fast familiären Rahmens des Konzertes gab er zu den einzelnen Stücken kleine launige Einführungen. Dabei versprühte er viel Wiener Charme, so dass die ohnehin heitere Musik gleich doppelt liebenswürdig klang: "Was heißt schon modern? Die Hauptsache ist musikalisches Vergnügen." Vergnügen an der Musik hatten die Hörer zweifellos, sowohl bei den barocken wie auch bei den zeitgenössischen Stücken. Eickhoff und Marihart spielten unter anderem eine "Fantasia Pastorale" von Eugene Bozza (1905 bis 1991), der "ein wenig augenzwinkernd mit denen umgeht, die meinen, es müsse immer alles ganz modern sein". Dabei schlüpfte Eickhoff vergnügt in die Rolle der "kecken Melodie-Erzählerin", als die sie auch sonst gern charakterisiert wird. Hingegen wirkte Rapps Tongebung manchmal eher etwas verhangen, was wiederum gut zur Stimmung der "Träume" der baltischen Komponistin Tamara Popatenko (geboren 1912) passte.

Durch den Wechsel von Kompositionen aus dem 18. und dem 20. Jahrhundert gewann die Musik nochmals an Abwechslung und Liebreiz. Marihart trug mal mit großer Geste und fliegendem Anschlag, mal mit verhaltenem Minenspiel auch optisch zur Verlebendigung der Musik bei. So führte die amüsante musikalische Reise teils mit Originalkompositionen, teils mit Arrangements - unter anderem eines Allegros aus der "Tafelmusik" von Georg Philipp Telemann - durch verschiedene Zeiten und Länder, bis sie mit der ersten Zugabe wieder zum Ausgangspunkt zurückführte. Das angenehm angeregte Publikum erklatschte eine weitere Zugabe: Das Trio ließ den unterhaltsam-heiteren Abend mit Musik von Elton John ausklingen.

Sunhild Salaschek

22. Januar 2006 | Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung.