Kabale und Liebe (Friedrich Schiller) von der Bremer Shakespeare-Company  

Sunhild Salaschek schreibt in der IVZ vom 7.12.2009:

Ein gelungenes Kunststück

Ein Stück der aufwühlerischen Epoche des Sturm und Drang - läßt sich das nach fast 250 Jahren angemessen und doch modern auf die Bühne bringen? Und ob! Der Bremer Shakespeare-Company gelang dieses Balancierstück hervorragend.. Auf Einladung des Fördervereins Mettinger Schultenhof gastierte dieses Ensemble mit Friedrich Schillers Schauspiel "Kabale und Liebe" in einer Fassung "für zwei". Das Publikum im Saal wurde Zeuge einer exzellenten Aufführung, in der Petra-Janina Schulz und Thomas C. Zinke mit faszinierendem Spiel begeisterten.

Die Spielfassung des Schillerschen Dramas stammt von Andreas Kloos, der auch Regie führte und für die Ausstattung verantwortlich zeichnet. Kloos hatte weite Teile von Schillers Trauerspiel um Liebe, Tyrannenwillkür und höfische Korruption erhalten, den Text aber radikal gekürzt. Nach seiner Vorlage agieren immer nur zwei Personen gleichzeitig auf der Bühne, was zu einer starken Konzentration des Stoffes führt.

...Noch beeindruckender als die abrupten Persönlichkeitsveränderungen war der Rollenwechsel, der sich für das Publikum meist durch das langsam Überstreifen einen neuen Kleidungsstückes sichtbar vollzog. Durch solche subtilen Szenenwechsel, die auch nicht davor zurückschreckten, ein und dieselbe Person mal von Schulz, mal von Zinke verkörpern zu lassen, wurde bei allem Anprangern des herrschaftlichen Verhaltens jede Schwarz-Weiß-Malerei vermieden.

... Die Besucher erlebten ... eine großartige Aufführung, die auf hohem Niveau Moral und Sinnesfreude miteinander verband.