„Chicken Rag“ rocken ohne viel Schnickschnack in Mettingen
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 BRIGITTE STRIEHN  IVZ vom 30.06.2010
Mettingen. Ohne viel elektronischen Schnickschnack lassen die Musiker der Band „Chicken Rag“ eine gelungene Mischung aus Blues, Ragtime, Westernswing und Rockabilly lebendig werden. Beim Mettinger „Scheunenfest“ auf dem Schultenhof waren am Freitagabend nicht allzu viele Besucher anwesend, aber die amüsierten sich prächtig bei dem Konzert der Band aus dem westfälischen Coesfeld. „Rag-O-Billy Music“ haben die Männer ihre Erfindung getauft, zusammengefügt aus Ragtime, Oldtime und Rockabilly, wie die Zuhörer zu Beginn erfuhren. Da passen eine Menge Rhythmus und Drive dazwischen, wie sich im Laufe des Abends herausstellte. Alles echt handgemacht natürlich.

Jochen Leifeld stellte seine Musikerkollegen Günther Leifeld-Strikkeling, Teddy Conetti und Reinhard Potschinski vor, dann ging es sofort rockig los. Randy Newmans „Mama told me not to come“ nimmt Bezug auf die Musikszene im Los Angeles der 1960er-Jahre. Eine ganz so verrückte Party, wie in dem Song beschrieben („the craziest party that could ever be“), wurde es in Mettingen in diesem Jahr nicht, aber die Band gab sich alle Mühe, das Publikum zum Zehenwippen und Händeklatschen zu bewegen.
Carina Lachermund und Michael Lötzke legten als Erste einen Rock ´n Roll auf die Tanzfläche. Das abwechslungsreiche Programm animierte später weitere Gäste zum Tanzen. Ab und zu eine Anspielung auf die Fußball-Weltmeisterschaft, ein paar Erklärungen zu den Titeln, das Pfeifen einer Dampflok, erzeugt von Günther Leifeld-Strikkeling auf der Lapsteel-Gitarre, waren weitere Zutaten für einen unterhaltsamen Sommerabend.

Als die ersten Gäste kamen, hatten Mitglieder des Fördervereins Mettinger Schultenhof schon die Getränke waren kaltgestellt und Schmalzstullen geschmiert. Gute Laune verbreiteten Songs von Stars der Szene wie das mitreißende „Jambalaja“ von Hank Williams oder „Bubbles in my beer“ der Singer-Songwriterin Cindy Walker. Zwischen den einzelnen Titeln hatten die Musiker immer mal Gelegenheit, ihr Können bei solistischen Einlagen zu zeigen.

In den Pausen beantworteten sie Fragen zu den Instrumenten, die den typisch amerikanischen Sound erzeugten. Dobro, Banjo und Steel Guitar sind aus der Country-Music nicht wegzudenken und auch „Chicken Rag“ verzichtete nicht darauf. Gesang und spürbare Spielfreude des Quartetts kamen beim Publikum gut an, sodass der Abend erst nach mehreren Zugaben zu Ende ging.