Klassisches Konzert mit Flöte und Harfe

von Jana Machalett und Miriam Overlach am Freitag, 05.03.2010, um 20 Uhr im Kunstspeicher - IVZ-Bericht von Sunhild Salascheck

Häufig beeindruckt gerade das in hohem Maße, zu dem man sich den Zugang schwer erkämpfen muss. So war es auch am Freitag beim Konzert des Fördervereins Mettinger Schultenhof. Wegen unwetterartiger Schneefälle zählte für den Veranstalter jeder Besucher doppelt, womit die stolze Zahl von 100 erreicht war. Im Konzert selbst war dann nichts mehr von den Schwierigkeiten des Weges zu spüren, obwohl die ursprüngliche Partnerin von Miriam Overlach, Harfe, erkrankt war. Für sie sprang dankenswerterweise Jana Machalett ein.

Der Abend widmete sich überwiegend Kompositionen für Flöte und Harfe von Camille Saint-Saëns (1835-1921) und Gabriel Fauré (1845-1924). Overlach erläuterte, dass die Harfe am Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Hochblüte als Soloinstrument erlebte. Diese auserlesen prächtige Musik begeistert bis heute, zumal wenn sie so strahlend gespielt wird wie von Overlach und Machalett.

Die jungen Künstlerinnen eröffneten das Konzert schwungvoll mit der C-Dur-Sonate von Luigi Boccherini 1743-1805). Mit ihrer pointierten
Spielweise ernteten die Musikerinnen von Anfang an stürmischen Applaus und machten Appetit auf mehr. Zunächst folgte aber die a-moll-Sonate für Flöte solo von Johann Sebastian Bach. Trotz der bewundernswerten Geläufigkeit Machaletts, trotz gekonnter Sprünge und deutlicher Akzentuierung der Mehrstimmigkeit blieb die der Programmänderung geschuldete Sonate neben den überwiegend gefälligen Stücken eher ein Fremdkörper.

Dagegen brillierte Machalett beim "Entr´act" von Jaques Ibert (1890-1962), dem idealen Rausschmeißer nach einem Vollbad in Harmonie und Wohlklang. Dieses Wohlgefühl vermittelte neben Saint-Saëns und Fauré auch Gaetano Donizettis Sonate g-moll für Flöte und Harfe.

Zur Einführung in die Fantasie für Harfe meinte Overlach, hier könne man so richtig hören, was sich alles durch Harfenklänge ausdrücken lässt. Und das erweckte sie selbst mit ihrer faszinierenden Spielweise einfühlsam zum Leben: Harfenmusik kann perlen, gleiten, auftrumpfen, schreiten, erzählen, nachdenklich stimmen, hartnäckig und dramatisch sein - um nur einige Empfindungen der Hörer in Worte zu fassen. Glamouröse und zärtlich verträumte Klänge weckten bei Faurés Impromptus die Neugierde und beim Duo von Saint-Saëns das das geheimnisvoll Einschmeichelnde im Vordergrund. In allen Kompositionen hatte der Harfenklang aber auch etwas Bewunderung Heischendes.
Und Bewunderung war es, die den beiden Künstlerinnen in hohem Maße entgegengebracht wurde.