Slumdog Millionär

Der 18-jährige Jamal Malik (Dev Patel) ist als Vollweise in den Slums der indischen Mega-Metropole Mumbai aufgewachsen und nur noch eine Frage von dem sensationellen Gewinn von 20 Millionen Rupien (ca. 300.000 Euro) entfernt. Er hat in der TV-Show „Wer wird Millionär?“ bereits 14 Fragen korrekt beantwortet und setzt nun alles auf eine Karte. Löst er die finale Frage, kassiert er den Hauptgewinn. Scheitert er, geht er mit leeren Händen nach Hause. Schnitt: Jamal ist verdächtigt, bei der Fernsehsendung betrogen zu haben. Zwei knallharte Polizisten (Irrfan Khan, Saurabh Shukla) nehmen ihn in die Mangel. Sie wollen ein Geständnis aus ihm herauspressen.

 

Der britische Regisseur Danny Boyle feiert 2009 ein Debüt. Obwohl sein Name stets für hohe Qualität steht, ist er in diesem Jahr erstmals einer der Hauptakteure der US-Award-Season, in der alljährlich zwischen Neujahr und der Oscar-Verleihung so ziemlich jeder Verein, der auch nur entfernt etwas mit Kino zu tun hat, seine Preise verleiht. Außer einer Oscar-Nominierung für das beste Drehbuch (für den Kultfilm Trainspotting) fiel bei den prestigeträchtigen Verleihungen bisher nicht viel für Boyles Werke ab. Doch warum legt der Brite nun ausgerechnet mit einer indischen Geschichte, die er komplett mit indischen Darstellern in Indien umgesetzt hat, den großen Award-Wurf in Amerika hin? Ganz einfach: Weil sein berauschend-märchenhaftes Liebesdrama „Slumdog Millionär“ das originellste Stück Kino seit langem ist und visuell so atemberaubend ausfällt, dass dieser westliche Blick auf Bollywood einem Kunstwerk gleichkommt.