Ausstellung "Papier-Objekte" von Arndt von Diepenbroick vom 22.Januar bis 20. Februar 2011 im Kunstspeicher

Kurzer Filmausschnitt von der Eröffnung am 21.01.2011

 

 

In der ersten Ausstellung dieses Jahres zeigt der Förderverein Mettinger Schultenhof „Papier – Objekte“ des international bekannten Berliner Künstlers Arndt von Diepenbroick.Arbeiten für das Theater, so zum Beispiel für die Aufführung von Shakeapeares „Romeo und Julia“ an der Metropolitan Opera in New  York, oder auch für vielfältige  Filmprojekte haben dem renommierten Architekten den Weg zu seinen Kunstwerken und dem ihm ureigenen Werkstoff Papier gewiesen.Für den auf Haus Marck geborenen Arndt von Diepenbroick ist mit Leim gefestigtes Papier, das er zerfetzt und dann Stück für Stück an  vorgefertigte Modelle anträgt, grundlegender Arbeitsstoff. Mit der Entwicklung von Formen aus Ton oder Holz für diese Modelle steht von Diepenbroick, der auch als Dozent an der TU Berlin im Studiengang „Bühnenbild und Szenischer Raum“ tätig ist,  in einer langen Tradition bildhauerischen Gestaltens. Licht, Luft, Natur und Umwelt sind seine Hauptthemen, die er aus einer freundlichen, lebensbejahenden Sichtweise heraus in seinen Objekten einfängt und gestaltet. Mit der Entwicklung von Formen aus Ton oder Holz für diese Modelle steht von Diepenbroick, der auch als Dozent an der TU Berlin im Studiengang „Bühnenbild und Szenischer Raum“ tätig ist,   in einer langen Tradition bildhauerischen Gestaltens. Licht, Luft, Natur und Umwelt sind seine Hauptthemen, die er aus einer freundlichen, lebensbejahenden Sichtweise heraus in seinen Objekten einfängt und gestaltet. Luft und der uralte Traum vom Fliegen führen von Diepenbroick auch  in seinen neuesten Kunstwerken zu großen, schwebenden, vielfarbigen Gebilden, Kegelstümpfen ,Lufttrichtern oder Gleitobjekten ,die dem Betrachter nicht nur den Raum , die darin auftretende Luftbewegung und den Lichteinfall bewusst machen, sondern auch ein Gefühl von Weite und Unendlichkeit  vermitteln.

Mit einer großen  Auswahl von  leuchtenden, farbintensiven Arbeiten von Arndt von Diepenbroick möchte  der Förderverein Mettinger Schultenhof  die Besucher mit  dieser neuen, spannenden und ungemein wirkungsvollen Art künstlerischer Ausdrucksformen  vertraut machen.

 

IVZ vom 24.01.2011 (Dietlind Ellerich)
Mettingen. Gut, dass sich der Architekt Arndt von Diepenbroick in seinem Job gelangweilt hat, mögen viele Besucher gedacht haben, die am Freitagabend zur Vernissage in den Kunstspeicher gekommen waren. „Papier-Objekte“ heißt die Ausstellung, die der Förderverein Mettinger Schultenhof ins Tüöttendorf geholt hat, und jede Menge Papierobjekte wie Reliefs und Installationen hängen an den Wänden und Decken und stehen auf dem Boden des Speichers, die nie entstanden wären, wenn der Künstler in seinem erlernten Beruf zufrieden gewesen wäre. Zu wenig kreative Arbeit, zu wenig mit den Händen habe er in den Architekturbüros machen können, erklärte der in Berlin lebende gebürtige Tecklenburger, wie er über einen Umweg über die Schauspielerei zur Kunst gekommen ist. Mit dem Theater ist von Diepenbroick auch heute noch verbunden, fertigt er doch Masken an, die in Opern, unter anderem in Frankfurt, Gent, Salzburg und New York zum Einsatz kommen.

 

Im Kunstspeicher faszinieren vor allem die vielen fragilen Objekte, die jedoch erstaunlich stabil sind. „Kunst zum Anfassen“ hat der Künstler geschaffen, und das sollen die Besucher auch ausprobieren dürfen. Von Diepenbroick geht mit gutem Beispiel voran und setzt sich auf einen Tisch, den er frei nach dem Motto „So werden aus Möbeln Hunde“ mit Kopf und Rute versehen hat. „Hier können Sie auf den Hund kommen“, sagt der Künstler schmunzelnd und zeigt auf weitere Hunde-Objekte wie einen Pudel, dem die Gäste am liebsten in die Lockenpracht greifen würden, den „Waschbecken-Hund“, bei dem nur Wasser und Seife fehlen, oder der Hund, dem beim „Männchen machen“ ein knallrotes „Ich liebe dich“ aufblitzen lässt.
„Eigentlich nur mit Papier“, antwortet Arndt von Diepenbroick auf Bernhard Kötters Frage, mit welchen Techniken er arbeite. Er benutze hauptsächlich Pergamentpapier, das er beidseitig mit Tapetenkleister bearbeite. - Für den ehemaligen Architekten ein besonderer Reiz, musste er doch früher das Papier immer sehr ordentlich behandeln. Heute könne er der Unordnung freien Lauf lassen. Die Ergebnisse seien höchst ungewöhnlich und faszinierend, beschreibt Kötter in seiner Einführung in von Diepenbroicks Werk die Objekte, die für die hohe Decke des Kunstspeichers wie gemacht scheinen. Ein riesiges Blatt schwebt ebenso in der Luft wie ein Schiff, das mit einer Glühlampe zum Lichtobjekt wird.

Für den auf Haus Marck geborenen Künstler ist die aktuelle Ausstellung im Kunstspeicher ein kleines Heimspiel. Viele Freunde, Verwandte und ehemalige Klassenkameraden waren denn auch am Freitagabend zum Schultenhof gekommen, um seine neuesten Arbeiten zu bewundern. Die „Papier-Objekte“ von Arndt von Diepenbroick sind bis zum 20. Februar jeweils samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr im Kunstspeicher zu sehen.