Weihnachtlich angehauchte Folk

Konzert im Schultenhof mit der Band Fricklesome Amsel

Sonntag, 18. Nov. 2018 - 14:12 Uhr
von Brigitte Striehn - IVZ vom 19.11.2018

Im Moment schaut das Wetter nicht nach November-Blues aus. Die Sonne vertreibt eventuelle Depressionen, die sonst zu Beginn der kalten Jahreszeit die Runde machen. Es hätte aber auch anders kommen können. Und so ist das Konzert Folk-Band „Fricklesome Amsel“ aus Heiligenhaus, zu dem Peter Hillenkamp vom Förderverein Schultenhof, am Freitag etwa 70 Gäste begrüßte, ein weihnachtliches.

Die Lieder unter der Überschrift „November Folk“ sollten in die Zeit passen. „Deshalb geht es um Krieg, Mord und Totschlag - immer verpackt in eine Liebesgeschichte“, erklärte Peter Klaus augenzwinkernd. Alkohol in Form von Whisk(e)y und Guinness spielte eine nicht unerhebliche Rolle.

Im ersten Teil dominierten deswegen melancholische, mitunter traurige Songs den Ablauf. Die Musiker begannen mit der Ballade „Closing Time in Paradise“ von Kieran Halpin. Sie sangen von der Sehnsucht eines jungen Mannes, der allein ist in Sydney, 12 000 Meilen von Frau und Kind entfernt. Der irische Sänger, Musiker und Songschreiber Christy Moore steuerte „I wish I was in England“ zu dem Abend bei. Sebastian „Zimmi“ Zimmermann verlieh dem Lied mit seiner wunderbar klaren Stimme und gefühlvollem Spiel auf der Fiddle den typisch irischen Klang, den Fans der Gruppe lieben. Sie pflegt eher den traditionellen Sound aus Kneipen und Pubs ohne großes Brimborium.

Die Sänger und Musiker hüpften nicht herum oder schwenkten Mikrofonständer, ihr Spiel blieb immer authentisch. Sie machen seit 20 Jahren gemeinsam Musik, Dennis Ehlen ist seit zwei Jahren mit Schlagzeug und Cajón dabei. Rike Ullenbaum erkärte, was es mit dem seltsamen Bandnamen auf sich hat. „Es war eigentlich ein Versprecher, den sich einer unserer Sänger immer wieder leistete“, so Ullenbaum. In dem irischen Song „Black Velvet Band“ taucht eine „Frolicsome Damsel“ auf. Aus der „lebenslustigen Jungfer“ wurde „Fricklesome Amsel“ und dabei blieb es.

Amüsante Geschichten zu Weihnachtsbräuchen aus aller Welt lockerten die musikalische Reise auf. In irischen Songs stürzen sich Menschen gelegentlich von Klippen, in der Nähe des Heimatstädtchens der munteren Singvögel böten sich dafür die „Cliffs of Ruhr“ an – etwa einen Meter hoch. Nicht nur in England werden Straßenmusiker (Buskers) durch unsinnige Bürokratie vertrieben. Davon handelte „Yellow Like Van Gogh“. 

In die Pause ging es mit den Klängen des Traditionals „Glory Day“. Mitglieder des Fördervereins übernahmen die Versorgung der Gäste mit Getränken. Neben Wasser und Wein durfte ein kühles Guinness nicht fehlen. An das Thema des Abends angelehnt, wurden aus einem Korb süße Pfefferkuchen verteilt.

Weihnachtsbräuche aus Dänemark, Irland, Italien und England verknüpften die Musiker mit Liedern wie „Christmas in Killarney“, bekannt von der Band The Irish Rovers, oder den „Wren Song“ über einen seltsamen irischen Brauch am Saint Stevens Day (26. Dezember). Darin spielt der Zaunkönig (englisch „wren“) eine gewisse Rolle. 

In ihre Version von „Soul Cake“ des Sängers Sting fügte die Band ein Stückchen „Englishman in New York“ ein. Das „Humtata-Weihnachten“ zum Mitsingen sollte nicht zu kurz kommen, dafür musste die rasante Schlittenfahrt „Jingle Bells“ herhalten.

Nach langem Beifall klang das Konzert mit dem zarten Lied „Immaculate“ aus. Am 23. November liest im Schultenhof die Autorin Melanie Raabe aus ihrem neuen Roman „Der Schatten“.

 

 

Das etwas andere Folkkonzert mit Fricklesome Amsel


Lebkuchen und Spekulatius stehen ja bekanntlich schon seit August in den Regalen der Supermärkte. Vielen Menschen graut schon jetzt vor dem jährlichen Einkaufsstress in den Innenstädten.

Und was machen die Musiker der Folkband „Fricklesome Amsel“ um diese Zeit so?
Die Band spielt ein paar ihrer speziell für die Herbst-und Winterzeit zusammengestellten, Konzerte.
Ist die Band normalerweise etwas schneller, lauter und auch launiger unterwegs, hält sie bei diesen Konzerten spürbar inne und bietet ihren Zuhörern so ein besonderes Erlebnis.


Es werden nicht die klassischen Weihnachtslieder erklingen. Denn diese gibt es von der Band tatsächlich nur um Weihnachten herum zu hören. Vielmehr sind es die Inhalte, die Geschichten der dargebotenen Songs, die so gut in die bald beginnende Adventszeit passen.
Lieder, die einen mal nachdenklich machen, mal schmunzeln lassen, die aber in jedem Fall auf irgendeine Art berühren.
Das Ganze wird dann, im zweiten Teil des Abends, abgerundet durch kleine, musikalische Ausflüge in die irische, schottische und englische Adventszeit.


Freuen Sie sich auf einen besonderen Abend!

Fricklesome Amsel:
Rike Ullenbaum: Geige, Vocals, Bass
Sebastian Zimmermann: Geige, Bass, Vocals
Dennis Ehlen: Cajon
Peter Klaus: Vocals, Gitarre, Bouzouki