Kunst als verbindendes Element

Dreifach-Ausstellung mit Herbstgästen aus Thüringen eröffnet

Sonntag, 17. Nov. 2019 - 16:28 Uhr
von Holger Luck

Entlang der „Funny-Red-Line“ zeigen die drei Kunststandorte im Rahmen der „Herbstgäste“ in diesem Jahr Werke von Mitgliedern des Verbandes Bildender Künstler aus Thüringen.

Zahlreiche Künstler waren aus Thüringen zur Ausstellungseröffnung nach Mettingen und Ibbenbüren gekommen. Nach Schwerpunkten der vergangenen Jahre, wie Kunst von Frauen oder Junge Kunst, zeigen die drei Ausstellungen der „Funny Red Line“ 2019 Werke von Mitgliedern des Verbandes Bildender Künstler Thüringen.

IBBENBÜREN/METTINGEN. Auf symbolisch sehr markante Weise vernetzt sind die hiesigen Kunststandorte Alte Honigfabrik, Kunstspeicher und Kulturspeicher durch die „Funny Red Line“. Praktischer Ausdruck der guten Zusammenarbeit ist seit 2008 das gemeinsame Ausstellungsprojekt „Herbstgäste“. Nach Schwerpunkten der vergangenen Jahre, wie Kunst von Frauen oder Junge Kunst, zeigen die drei Ausstellungen 2019 Werke von Mitgliedern des Verbandes Bildender Künstler Thüringen.

Drei Standorte – drei Vernissagen. Diesem Motto blieb das renommierte Ausstellungs-Triple auch bei der zwölften Auflage treu. Den Anfang machte am Samstag der Kunstspeicher auf dem Gelände des Mettinger Schultenhofes. Zur ersten Vernissage des Tages, waren nicht nur zahlreiche Kunstinteressierte gekommen, sondern auch elf der insgesamt 49 beteiligten Künstlerinnen und Künstler aus Thüringen.

Professor Klaus Nerlich, Vorsitzender des Künstlerverbandes mit rund 350 Mitgliedern, hatte den Weg ins Münsterland ebenfalls nicht gescheut und eröffnete die Ausstellung gemeinsam mit Bernhard Kötter vom Förderverein Schultenhof. „Ich habe noch keine Herbstgäste erlebt, die selbst so engagiert bei der Ausstellungsorganisation waren“, lobte Kötter die Zusammenarbeit mit den Thüringern. Nerlich bedankte sich für die Möglichkeit, zeitgenössische Kunst aus Thüringen im „fernen Westfalen“ präsentieren zu dürfen. „Kunst als verbindendes Element“ fördere den Austausch und sei eine wichtige Grundlage für das Zusammenleben in einem Staat, wie beide betonten.

Nerlich erläuterte den Vernissage-Gästen das Auswahlverfahren für die Ausstellungen: Aus circa 60 Bewerbungen von Verbandsmitgliedern habe die Jenaer Kunsthistorikerin Conny Dietrich als Kopf einer Jury die Künstler ausgewählt und als Kuratorin die Exponate samt

 begleitendem Ausstellungskatalog zusammengestellt. „Es war unseren Künstlern wichtig, die Ausstellung nicht auf den Aspekt ‚Bauhaus‘ zu verengen, sondern die gesamte Breite des künstlerischen Schaffens in Thüringen zu dokumentieren.“ Schmuck, Malerei, Plastik, Fotografie, Grafik, Steinbildhauerei – abgesehen von der Film- und Videokunst seien alle nur erdenklichen künstlerischen Ausdrucksformen vertreten.

Bei Vernissage Nummer 2 in der Alten Honigfabrik sprach Dr. Ulrich Manfraß, Vorsitzender des Kunstvereins Ibbenbüren, für die Herbstgäste von einem „ambitionierten Projekt“, das Jahr für Jahr neue Schwerpunkte zu setzen versuche. Mit tatkräftiger Unterstützung der Thüringer Künstler sei das in diesem Jahr besonders vorzüglich gelungen. Wichtig war Manfraß der Hinweis auf ein Novum im diesjährigen Herbstgäste-Programm: So gibt es am Samstag, 23. November, erstmals Führungen durch die Ausstellungen in Mettingen und Ibbenbüren. Im Rahmen des VHS-Programms geht es um 14 Uhr in der Alten Honigfabrik los.

Der Vernissage-Marathon am Samstag fand seinen Abschluss im Dörenther Kulturspeicher. Dort kamen vor allem die mitgereisten Künstler zu Wort und ins Gespräch mit den Ibbenbürener und Mettinger Kunstfreunden.

Die Werke der Herbstgäste sind an den drei Standorten bis zum 15. Dezember ausgestellt. Geöffnet sind alle Ausstellungen samstags und sonntags, jeweils von 14 bis 17 Uhr.

 

Vielfältige Werke aus Thüringen

Förderverein Schultenhof, Kunstverein und Kulturspeicher laden „Herbstgäste“ ein

Mittwoch, 30. Okt. 2019 - 16:23 Uhr
von Ibbenbürener Volkszeitung (Redaktion)

Der Förderverein Mettinger Schultenhof, der Kunstverein Ibbenbüren und der Förderverein Kulturspeicher Dörenthe sind nicht nur seit vielen Jahren über die „Funny Red Line“ symbolisch miteinander verbunden, sondern begrüßen auch ihre „Herbstgäste“ gemeinsam.

 

 

Für die zwölfte Ausstellung, die am Samstag, 16. November, im Mettinger Kunstspeicher, in der Ibbenbürener Honigfabrik und im Dörenther Kulturspeicher eröffnet wird, haben die drei Vereine Künstler aus Thüringen eingeladen.

Bernhard Kötter, Norbert Eckert und Monika Balter, Vorstandsmitglieder der Vereine, sind voller Vorfreude auf die vielfältige Schau, die sie einen Monat lang präsentieren. Begeistert sind sie auch von der professionellen Unterstützung durch die Künstler sowie von den Kunsthistorikern und Kuratoren, die sie auf ihrer viertägigen Reise zu thüringischen Ausstellungsorten und Künstlerateliers begleitet haben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Knapp 50 Frauen und Männer zwischen Anfang 30 und 80 Jahren zeigen eine breit gefächerte Palette von Gemälden und Fotos, Skulpturen und Grafiken, Emaille- und Keramikarbeiten bis zu Schmuck und Glaskunst. Conny Dietrich, Kunsthistorikerin aus Jena, als Kuratorin der Gemeinschaftsausstellung und Vertreter des Verbandes Bildender Künstler Thüringen hätten die Vorauswahl getroffen, welche Künstler und welche Werke in den Locations zu sehen ist. Dabei loben Kötter, Eckert und Balter die sehr gute Zusammenarbeit mit den Thüringern. Der Verband übernahm die Erstellung eines Kataloges zur Ausstellung „Herbstgäste“.

Die Schau sei thematisch frei, es gebe aber verschiedene inhaltliche Schwerpunkte, führt das Trio aus. So stünden handwerkliche Arbeiten in der Tradition des Bauhauses, das in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert, im Vordergrund. Eine Reihe von Werken widme sich dem Wald und setze sich kritisch mit Umwelt, Kultur und Geschichte auseinander. Viele Werke greifen zudem gesellschaftliche Themen wie die Flüchtlingspolitik, den Klimawandel oder die Massentierhaltung auf, haben Bernhard Kötter, Norbert Eckert und Monika Balter beobachtet.

Sie sind nicht nur angetan von der hochkarätigen und vielseitigen Kunst der zwölften Herbstgäste-Auflage, sondern gespannt, wie die Werke in den Ausstellungsräumen in Mettingen und Ibbenbüren zur Geltung kommen. Ein gutes Auge haben Kuratorin Dietrich und die Vereine vor Ort schon im Vorfeld bewiesen. „Wir haben alle das bekommen, was wir uns für unsere jeweiligen Räume vorgestellt haben“, versichern sie unisono.

Spannend wird die Hängung allemal. Bernhard Kötter und Otto Nienhoff vom Förderverein Schultenhof machen sich auf den Weg nach Weimar, die dort gesammelten Werke abholen und sie an den drei Standorten verteilen.

Die Vernissage, zu der einige Künstler anreisen werden, ist am Samstag, 16. November, um 15 Uhr im Kunstspeicher Mettingen, um 17 Uhr in der Alten Honigfabrik Ibbenbüren und um 18.30 Uhr im Kulturspeicher Dörenthe. Die Vereine freuen sich auf viele Besucher, die mit ihnen die Fahrt von Ausstellungsort zu Ausstellungsort antreten.

Die Ausstellung „Herbstgäste aus Thüringen“ ist bis zum 15. Dezember jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr an den drei Standorten zu sehen