Wände füllen sich rasend schnell

Die Kunstinteressenten haben sich die Klinke in die Hand gegeben, hatten einzelne Bilder oder gleich ganze Kisten voller Kunstwerke dabei.

Foto: Dietlind Ellerich

Nein, einen echten Monet mit Seerosenteich hat der Markt der Kunst des Fördervereins Mettinger Schultenhof nicht im Angebot, aber Agnes Lohmann und Bernhard Kötter freuen sich über eine große Vielfalt an Kunstwerken, die am kommenden Wochenende angeschaut und gekauft werden können.

Von Dietlind Ellerich

METTINGEN. Die Kunstinteressenten haben sich die Klinke in die Hand gegeben, hatten einzelne Bilder oder gleich ganze Kisten voller Kunstwerke dabei. Über dieses Kommen und Gehen im Kunstspeicher freuten sich die Organisatoren des Fördervereins Mettinger Schultenhof, der alle Kunstliebhaber eingeladen hatte, Originalwerke aus ihrem Besitz auszustellen und zum Verkauf anzubieten.

„Am Freitagnachmittag ging es Schlag auf Schlag“, berichtet Vorstandsmitglied Maria Nienhoff, und Bernhard Kötter und Agnes Lohmann, die am Samstagvormittag die Stellung hielten, schlossen die Kunstwerke-Annahme eine Stunde früher, weil die Wände voll waren. Voller Aquarelle, Ölgemälde, Grafiken oder Drucke, die Gemüse, Landschaften, Menschen und vieles mehr zeigen. Es sind Werke bekannter und weniger bekannter Künstler, und die Besitzer haben alle gute Gründe, sie auszumustern. „Bei uns stapeln sich die Bilder“, erklären Marianne und Georg Kipp aus Laggenbeck. Sechs davon haben sie ausgewählt und nach Mettingen gebracht. Sie hoffen auf einen hohen Erlös, den sie ihren Enkeln versprochen haben.

Ebenfalls aus Laggenbeck sind die Eheleute Brinkmann. Sie haben sich aus den vielen Werken ihrer Schwiegermutter ein paar schöne herausgesucht, die anderen wolle sie verkaufen, sagt Lisa Brinkmann, der das Angebot des Fördervereins auch wegen der Kosten in Auktionshäusern ganz gelegen kommt.

in Ehepaar aus Lotte bringt sich von seinen Reisen gerne Kunst mit. In seinem Gepäck hat es am Samstag unter anderem Strichätzungen und persische Miniaturen. Den beiden ist es wichtig, „regionale Kunstaktivitäten“ wie die des Fördervereins zu unterstützen.

Hermann Hübers, Künstler aus Rheine, hat sieben seiner Bilder im Kunstspeicher, und noch mehr im Kofferraum seines Wagens. Gespannt verfolgt der 78-Jährige am Samstagnachmittag die Eröffnung des Marktes der Kunst. Er hofft, einige seiner Bilder verkaufen zu können und ist ein wenig enttäuscht, dass die Menschen nicht vor den Werken mit Kühen, Pferden, Wildschwein oder Allee Schlange stehen.

Es sei eine gute Idee, die Bürger ins Boot zu holen, lobt Siegmar Birken aus Ibbenbüren den Markt der Kunst. Er freut sich über die gute Mischung der Werke, aber auch über die angemessenen und bezahlbaren Preise, die die Besitzer der Werke angesetzt haben.

Auch Ingrid und Heinz-August Schockmann aus Recke finden die Idee des Fördervereins Schultenhof toll. Die beiden Recker sind auf ihrer Radtour zufällig auf die Ausstellung im Kunstspeicher aufmerksam geworden und schauen sich die Vielfalt an den Wänden und auf den Tischen gerne an, bevor sie weiter in die Pedale treten.

Ob die neuen Wege, die der Verein mit dem Kunstereignis der besonderen Art einschlägt, auch bei den Käufern ankommen und die Verkäufer auf ihre Kosten kommen, wird erst nach dem nächsten Wochenende feststehen. Am Samstag und Sonntag können Kunstliebhaber noch nach Herzenslust stöbern und kaufen. Der Kunstspeicher ist an beiden Tagen von 15 bis 18 Uhr.