Everhard J. Drees am Freitag, 22.11.2013 in der REHA-Klinik und im Schultenhof (Kaminzimmer)

Gleich zwei Mal Märchen und Musik (IVZ vom 25.11.2013 Dietlind Ellerich)

Everhard J. Drees aus Metelen erzählt Märchen. Am Freitag tat er das in Mettingen gleich zwei Mal: In der Kapelle der Reha-Klinik auf Rechnung des Fördervereins Altenheim Maria-Frieden, am Abend im Flett auf dem Schultenhof im Rahmen der „LiteraTour“ des Fördervereins Mettinger Schultenhof.

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Foto: Dietlind Ellerich
Märchenerzähler Everhard J. Drees aus Metelen war zu Gast in der Kapelle der Reha-Klinik und im Flett auf dem Schultenhof.

METTINGEN „Synergien nutzen“ nennt man es wohl, wenn ein Darsteller auf Einladung von zwei Vereinen zwei Bühnen bespielt. So geschehen am Freitag im Tüöttendorf.

Everhard J. Drees aus Metelen erzählte Märchen. Am Nachmittag in der Kapelle der Reha-Klinik auf Rechnung des Fördervereins Altenheim Maria-Frieden, am Abend im Flett auf dem Schultenhof im Rahmen der „LiteraTour“ des Fördervereins Mettinger Schultenhof.

Während Drees im rustikalen Ambiente des Kaminzimmers die „LiteraTour“ mit schaurigen Märchen für Erwachsene beschloss, standen in der Kapelle Grimms Kinder- und Hausmärchen im Mittelpunkt. Zur Freude der Bewohner und Patienten von Altenheim und Klinik, die weit nicht nur in ihre eigene Vergangenheit zurückblickten und in Erinnerungen schwelgten. Gerne ließen sich die Senioren auf die Geschichten vom dicken fetten Pfannekuchen, vom Hasen und vom Igel, vom Sterntaler, von Martinsgänsen und Füchsen, von Eierbier, Schweineschlachten oder vom goldenen Schlüssel ein und hätten wohl als Souffleur fungieren können, wenn Drees einen gebraucht hätte, so bekannt und vertraut waren ihnen die Märchen, deren erste Auflage Jacob und Wilhelm Grimm vor gut 200 Jahren herausgaben.

„Das kennen Sie sicher noch“, sagte der Märchenerzähler immer wieder und nahm die alten Menschen so mit auf eine Reise in die Zeit, als sie in ihren Familien nach getaner schwerer Arbeit zum Essen und Erzählen dicht gedrängt am Kaminfeuer gesessen hatten. Gespannt verfolgten die Frauen und Männer den Vortrag. Und Everhard Drees war so überzeugend, dass man glaubte, die Gänse zu hören, die noch ein letztes Gebet schnattern, nein sprechen wollten, bevor der Fuchs sie verschlang.

„Lustig soll´s werden, ich spiel euch eins auf“, hatte Drees zu Beginn der Märchenstunde angekündigt. Das tat er mit seiner alten Geige, einem Familieninstrument, dessen Bogen schon für den Tod einer Maus und damit fürs Ende vom Lied verantwortlich sein soll, wie er schmunzelnd erzählte.

Auch während der musikalischen Intermezzi waren die Senioren in ihrem Element und sangen Kinder- und Volkslieder mit. Für die Frauen und Männer in der Kapelle war es eine wunderschöne Märchenstunde, die auch in die anderen Räume der Klinik und des Altenheims übertragen wurde.