Der Förderverein Schultenhof Mettingen lädt zum 4. Kulturfrühstück auf den Schultenhof ein

Fotos: Karl Dorenkamp

Köstliches auf Teller und Bühne (IVZ vom 24.3.2014 - Dietlind Ellerich)

Zum vierten Mal hatte der Förderverein Mettinger Schultenhof auf den bewährten Dreiakter aus hervorragendem Frühstück, Mitmachtheater mit Tisch abräumen und Stühle rücken sowie kulturellem Teil gesetzt und ins Schwarze getroffen.

METTINGEN. Die Mischung macht‘s. Das wurde am Sonntag beim Kulturfrühstück auf der Diele des Schultenhofes wieder einmal deutlich. Zum vierten Mal hatte der Förderverein Mettinger Schultenhof auf den bewährten Dreiakter aus hervorragendem Frühstück, Mitmachtheater mit Tisch abräumen und Stühle rücken sowie kulturellem Teil gesetzt und ins Schwarze getroffen.

Essen und Kultur lägen eben eng beieinander, nicht umsonst heiße es „Esskultur“ sagte Peter Hillenkamp vom Vereinsvorstand schmunzelnd und lobte ausdrücklich das Catering-Team, das sich wieder einmal selbst übertroffen hatte. Kleine kulinarische Köstlichkeiten, liebevoll als Büfett angerichtet, gute Stimmung trotz unbequemer Stühle und sprachlich-spritzige Unterhaltung durch die gut aufgelegten Darsteller des Thiele-Neumann-Theaters aus Osnabrück, die Rechnung ging auf, auch wenn das Gros des Publikums über eine etwas kürzere Fassung des kulturellen Teils nicht traurig gewesen wäre.

Mit „Alle sieben Wellen“ nach dem Roman von Daniel Glattauer präsentierten Regina Neumann und Helmut Thiele die Fortsetzung ihres Erfolgsstücks „Gut gegen Nordwind“ nach der Vorlage des gleichen Autors.

Es hätte etwas von „Szenen einer Ehe“ haben können, wenn Emmi und Leo denn verheiratet gewesen wären. Sie waren’s nicht, zumindest nicht miteinander, und setzten wegen ihrer Romanze, Affäre oder Beziehung via E-Mail im wahren Leben Familie, Ehe und Beziehung aufs Spiel.

Auf der mit Tischen, Stühlen, Lampen und Whiskey respektive Rotwein karg gehaltenen Bühne waren beide durch einen Paravent räumlich voneinander getrennt. Aber im World Wide Web waren sie verzweifelt und zweifelnd auf der Suche nach Liebe miteinander verbunden.

So durchlebten Emmi Rothner (mit Ehemann Bernhard und den Kindern im gedanklichen Schlepptau) einerseits und Leo Leike (mit seiner neuen Affäre, Beziehung oder Liebe Pamela) andererseits sämtliche Höhen und Tiefen glücklicher und gescheiterter Beziehungen.

„Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb“, auch die Ballade, von den beiden, die nicht zueinander kommen konnten, drängte sich einigen Zuschauern auf, als sie die holprigen Schritte der sich entwickelnden Beziehung der beiden virtuellen Briefeschreiber verfolgten.

Anders als beim royalen Nachwuchs gibt’s bei Emmi und Leo ein Happy End. Fortsetzung des virtuellen Geplänkels also ausgeschlossen? Mitnichten. Sie mailen immer noch!