So schön, so traurig, so tiefsinnig

„Der kleine Prinz“ im Schultenhof

IVZ vom 28-01.2018r
von Dietlind Ellerich

Der Klassiker "der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry konnte am Freitag im Schultenhof einmal neu erlebt werden.

 

METTINGEN. So schön, so traurig, so tiefsinnig und so bekannt ist die Erzählung des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry, dass man glauben möchte, man wisse bereits alles über das Märchen „Der kleine Prinz“ und seinen Appell an die Freundschaft und die Menschlichkeit. Dennoch versprach Peter Hillenkamp vom Förderverein Mettinger Schultenhof am Freitag nicht zu viel, als er die Besucher im Bürgerzentrum dazu einlud, den Klassiker einmal ganz neu zu erleben.

Dem Film- und Theaterschauspieler August Zirner und dem Kontrabassisten Kai Struwe gelang es in ihrer musikalischen Lesung, die Botschaft des zeitlosen Werkes poetisch und zugleich höchst lebendig und vergnüglich auf die Bühne zu bringen. „Ganz wunderbar“, lobte die sichtlich berührte Vereinsvorsitzende Barbara Brüning die Künstler nach dem eineinhalbstündigen Gastspiel, das wie im Flug vergangen war. Am besten habe ihr die Schlange gefallen, erinnerte sie an das Zischeln aus Zirners Mund und versicherte, sie habe aus Struwes Kontrabass das Wasser plätschern hören.

 Es ist in der Tat ein perfekt aufeinander ein- und abgestimmtes Duo, das die Besucher zum Auftakt des Mettinger Kulturjahres 2018 mit seinem zauberhaften Spiel begeistert. Zirner überzeugt in seiner Lesung aus der neuen Übersetzung des Buches auf ganzer Linie. Mit seiner ausdrucksstarken Mimik und Stimme erweckt er den schlauen Fuchs, die eitle Rose, den gestressten Straßenlaternenanzünder, den herrischen König, den Piloten respektive den Erzähler sowie alle anderen Figuren zum Leben, denen „Der kleine Prinz“ auf seiner Reise über die Planeten begegnet. Begleitet wird Zirners Vortrag von der lautmalerischen Musik Struwes, in Szene gesetzt von Karl-Heinz Käs, der für die Visualisierung verantwortlich zeichnet.

Der Schauspieler erweist sich aber auch als guter Querflötist, der im Duo mit Struwe die Lesung mit musikalischen Intermezzi begleitet. Es ist köstlich zu sehen und vor allem zu hören, wenn der Flötist Zirner den Bassisten Struwe mit Klängen und Schritten umschmeichelt respektive der Prinz den Fuchs zähmt.

So schön, so traurig, so tiefsinnig und so bekannt die Erzählung mit ihren Werten und Lebensweisheiten auch sein mag, selten hat man die bekannten Passagen, die in aller Munde sind und unzählige Familienanzeigen einleiten, so intensiv und eindrucksvoll und so stimmig arrangiert erleben dürfen. Nicht nur die Vereinsvorsitzende Brüning war berührt vom dem wunderbaren Abend, auch die Zuschauer verfolgten die 90 kurzweiligen Minuten gebannt, zum Teil ergriffen. „Man läuft Gefahr, ein wenig zu weinen, wenn man sich hat zähmen lassen“, trägt Zirner vor.

 

„KleinerPrinz“ läutet das Kultur-Jahr 2018 ein

Schauspieler August Zirner im Bürgerzentrum

METTINGEN. Der Förderverein Mettinger Schultenhof gibt in einer Pressemitteilung das „erste kulturelles Highlight des Jahres 2018“ an. Im Januar wird „Der kleine Prinz“ gezeigt – neu interpretiert von August Zirner und Kai Struwe und mit eigens komponierter Musik.

„Der bekannte Schauspieler August Zirner rezitiert und spielt den Klassiker des französischen Autors Antoine de Saint-Exupery“, heißt es in der Mitteilung. Die Bühnenbearbeitung August Zirners (Rezitation und Querflöte) mit Musik seines Partners Kai Struwe (Kontrabass) und einer Visualisierung von Karl-Heinz Käs sei „ein Kleinod für die Theaterbühne“.

Es ist die traumhafte Geschichte eines Prinzen, der von einem fernen Stern kommend, hier auf der Erde den Menschen nur scheinbar einfache Fragen stellt, die alle betreffen, und zur Offenbarung einer ganz eigenen Wahrheit leitet. Dabei wirkt der kleine Prinz nur dem ersten Anschein nach wie ein Kind. Tatsächlich treffen diese Fragen die Erwachsenen nämlich ins Mark und die ausweichenden und manchmal peinlichen Antworten der Realitätsmenschen auf der Erde wirken dagegen wenig überzeugend. „Der kleine Prinz“ sei ein Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit. Träumerisch und melancholisch, poetisch, humorvoll, unverstellt und ergreifend.

Musikstücke zwischen den Passagen unterstreichen die Worte, greifen die Stimmung des Textes auf und verstärken sie, ziehen die Zuschauer in das Märchen hinein. Zirner hat das Märchen auch schon für ein Hörbuch aufgenommen.

Komponiert hat Zirner die Musik zum Märchen gemeinsam mit Kai Struwe, Mitglied des Spardosen-Terzetts, mit dem Zirner schon seit Jahren zusammenarbeitet: „Mit Leidenschaft bringt der 59-Jährige sein Instrument zum Sprechen und Swingen.“

| Termin: Freitag, 26. Januar, im Bürgerzentrum Mettingen (Neuenkirchener Straße 65). Karten sind erhältlich bei Schreibwaren Gerbus (Geschwister-Voß-Straße 3) und in der Tourist-Info (Clemens- straße 2), sowie im Büchwerwurm  für 22 Euro im Vorverkauf und für 25 Euro an der Abendkasse.

 

Förderverein Mettinger Schultenhof stellt sein Jahresprogramm vor/Figurentheater und viel Musik Von Oliver Langemeyer

METTINGEN. Die Begegnung eines Piloten mit dem kleinen Prinzen in der Wüste ist ein Klassiker der Weltliteratur. Zum Auftakt des kommenden Jahres bringt der Schauspieler August Zirner die bezaubernde Märchenfigur nach Mettingen.

Am Freitag, 26. Januar, rezitiert Zirner, der durch zahlreiche Kino- und Fernsehfilme (Wut) bekannt geworden ist, aus dem Meisterwerk über Menschlichkeit und Freundschaft. Peter Hillenkamp vom Förderverein Mettinger Schultenhof freut sich sehr, dass das Kulturprogramm sofort mit einem echten Höhepunkt startet. Zirner rezitiert nicht nur, er spielt auch Querflöte. Kai Struwe begleitet ihn dabei mit dem Kontrabass, Karl-Heinz Käs sorgt für die Lichteffekte. So soll die Bühne im Bürgerzentrum zum Kleinod werden.

Insgesamt hat der Förderverein wieder ein beeindruckendes Programm für 2018 zusammengestellt. Es besteht aus bewährten Veranstaltungen, wie dem irischen Picknick (8. Juni), dem Kinoabend auf dem Schultenhof, aber auch aus neuen Elementen, wie dem „Udo-Lindenberg-Fan-Abend“ (5. Oktober) mit Eierlikörchen oder der weihnachtlichen Einstimmung mit der Band „Fricklesome Chrismas“ (16. November). Zusätzliche Abwechslung kommt durch den Tag der offenen Gärten (10. Juni) in den Veranstaltungskalender.

Zudem spielt das Figurentheater wieder eine zentrale Rolle. „Ich bin Fan davon“, gibt Peter Hillenkamp unumwunden zu. Leider meinten viele Menschen noch immer, die Stücke seien nur für Kinder. Dem ist aber nicht so. Am Sonntag, 4. März, ist das Hohenloher Figurentheater mit ihrem „Varieté Olymp“ beim Kulturfrühstück zu Gast. Am 24. Juni kommt dann das Seifenblasen-Figurentheater aus Meerbusch nach Mettingen. Die traurige Liebeskomödie „Hannes und Paul“ für Jugendliche und Erwachsene erzählt die Geschichte eines homosexuellen Paares in der Nazizeit. Das Stück hat der weltbekannte Regisseur Neville Tranter inszeniert. Die Vorstellung bietet der Förderverein zusammen mit dem Kulturspeicher Dörenthe an.

Die Musikfreunde kommen beim Jahresprogramm der Mettinger Kulturschaffenden ebenfalls auf ihre Kosten. Am Freitag, 7. September, gastiert die Coverband „Goldplay“ wieder in der Scheune. Vor zwei Jahren war das Konzert schnell ausverkauft und ein großer Erfolg. „Deshalb haben wir uns entschlossen, die Band noch einmal nach Mettingen zu holen“, sagt Hillenkamp.

Fest etabliert hat sich außerdem das Künstlerdorf des Fördervereins auf dem Schultenhof. Am Wochenende 15./16. September sind kleine und große Künstler aufgerufen, unter professioneller Anleitung ihre Fähigkeiten zu erproben.

Zum Abschluss des Programms liest die Erfolgsautorin Melanie Raabe aus ihrem neuen Buch. Der Termin ist am 23. November vorgesehen. „Das kann sich aber noch verschieben. Je nach dem, wann der Band fertig ist“, erläutert Hillenkamp.

Für die jungen Zuschauer plant der Förderverein bis zu vier Veranstaltungen aus der Reihe „Kinderkulturkarte“ ein. Darüber hinaus gehören sieben Ausstellungen zum Programm. Da dürfte für jeden etwas dabei sein.

oliver.langemeyer@ivz-aktuell.de

„Ich bin ein Fan vom Figurentheater.“

Peter Hillenkamp

Sieben Ausstellungen

Das Ausstellungsprogramm des Fördervereins Mettinger Schultenhof umfasst 2018 sieben Ausstellungen im Kunstspeicher: 23. Februar bis 18. März, „Frauen und Himmel“ von Prof. Karin-Sophie Richer-Reichenbach. 13. April bis 6. Mai „Braunkohle“ mit der Fotowerkstatt Münster. 11. Mai bis 10. Juni, „Weibsbilder“ von Brigitte Hoffmeister. 15. Juni bis 22. Juli, „Musikerporträts“ von Jochen Jüttner. Er hat zahlreiche Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Musikern bei ihren Auftritten gemacht. 1. Juli bis 15. Juli „Let`s get on the ART-train“ mit dem Welbergener Kreis und holländischen Künstlern. 14. September bis 28. Oktober „Heartbeat“ von Marion Große Wöstmann. 10. November bis 16. Dezember „Herbstgäste.