Sabine Swoboda und Jupp Ernst
ELDORADO

Künstler bringen Welten zusammen IVZ vom 1.9.2014 Dietlind Ellerich

Wie zwei völlig unterschiedliche Welten, wie Indien und das Münsterland zusammenhängen, das macht die neue Ausstellung „Eldorado“ von zwei Künstlern aus der Region deutlich.

Foto: Dietlind Ellerich


Mithilfe einer fallenden Kordel macht Jupp Ernst (r.) deutlich, dass man sich nicht nur auf das genaue Maß verlassen dürfe. Seine Kollegin Sabine Swoboda sowie Bernhard Kötter vom Förderverein Mettinger Schultenhof verfolgen die Ausführungen.

METTINGEN. Andere Menschen, andere Sehnsüchte und andere Sehnsuchtsorte. Wie zwei völlig unterschiedliche Welten, wie Indien und das Münsterland zusammenhängen, das macht die neue Ausstellung „Eldorado“ von zwei Künstlern aus der Region deutlich. Auf Einladung des Fördervereins Mettinger Schultenhof zeigen Sabine Swoboda aus Ochtrup und Jupp Ernst aus Steinfurt ihre Arbeiten im Kunstspeicher.

Während der Vernissage am Freitag erläuterten die beiden Mitglieder des Welbergener Kreises anhand ihrer Werke, was sie auf der Suche nach ihrem Eldorado entdeckt haben. Indien sei das Gebiet, das für ihre eigenen Belange optimal sei, erläutert Swoboda, während Ernsts Interesse sich auf die Region fokussiert. Beiden gemeinsam ist die Leidenschaft für Industriebrachen. Einige haben die beiden Münsterländer auf Fotoexkursionen gemeinsam erkundet.

„Es geht nicht mehr um das reine Foto“, beschreiben die Künstler, wie sie mit ihren Fotocollagen und Fotomontagen zu völlig neuen Bildaussagen kommen. Sie bearbeite die mit Gebrauchsspuren gezeichneten Originale aus Leinen langsam weiter, gebe der zufälligen Sache durch den Einsatz von Ölkreide, Tüllstoffen und anderen Materialien ein besonderes Gewicht, beschreibt Sabine Swoboda ihren Ansatz, mit dem sie aus Abfallprodukten einer indischen Textilfabrik Werke geschaffen hat.

„Tuchfühlungen“ nennt Swoboda einige ihrer Arbeiten, die im Kunstspeicher hängen, aber auch auf Tuchfühlung zu den Arbeiten ihres Kollegen gehen. Im Erdgeschoss ist eine mehrteilige Installation zu sehen, in der die Tuchfühlungen auf eine Nägelwand, Sturmschäden oder Lichtschalter von Jupp Ernst treffen. Ausstellung ist bis 21. September je samstags und sonntags, 15 bis 18 Uhr, im Kunstspeicher auf dem Schultenhof zu sehen.