Kunst aus dem „gelenkten Zufall“

Beeindruckendes Zusammenspiel von Bildern und Objekten

Sonntag, 08. Sep. 2019 - 16:08 Uhr
von Holger Luck
  Foto: Holger Luck IVZ)

„Bei den Kunstwerken dieser Ausstellung sieht es aus, als wären sie sorgfältig aufeinander abgestimmt“, meinte Bernhard Kötter vom Förderverein Schultenhof bei der Vernissage am Freitagabend. Gemeinsam mit Gunschera und Leonhard führte er die gut 30 Gäste in das Werk der befreundeten Künstlerinnen ein. Die betonten, dass ihre Arbeiten nicht Ergebnisse eines gemeinsamen, sondern zweier, individueller künstlerischer Schaffensprozesse seien.

Überhaupt spielten Konzeption und Planung nur eine untergeordnete Rolle. Dass ihre Werke gut zusammen funktionieren hätten die befreundeten Künstlerinnen vor mehr als zehn Jahren festgestellt und begonnen, gemeinsam auszustellen.

 

Gemeinsamkeiten haben ihre Arbeiten nicht nur in der Ästhetik der fertigen Kunstwerke, sondern auch in deren Entstehungsprozess. In diesen Prozess gaben beide interessante Einblicke. Besonders die Techniken von Beatrice Gunschera stießen auf das Interesse der Vernissagegäste. Sie arbeitet bei ihren Keramiken mit archaischen Brenntechniken – Raku, Tonnenbrand im offenen Feuer. Dadurch erhalten die Figuren, Gefäße und Kugeln eine ganz besondere Farbgebung und Oberflächenstruktur.

Das künstlerische Ergebnis sei so etwas wie ein „gelenkter Zufall“, nur bedingt zu beeinflussen, etwa durch die Zugabe von Algen, Eisen oder Kupfer. „Eben alles, was sich auf die Feuerspuren am Objekt auswirkt. Auch mit Kaffeesatz und Bananenschalen habe ich schon experimentiert.“ Die Ergebnisse seien für sie oft „schöne Überraschungen“, erklärte Gunschera.

Stark von Zufälligkeit geprägt sind auch die Gemälde von Monika Leonhard. Ihre Bilder in Acryl-Mischtechnik sind abstrakt, nicht gegenständlich. Es liege ihnen kein Konzept, kein Plan, keine bewusste Gestaltungsabsicht zugrunde, erklärte die Künstlerin. Abgesehen von der Entscheidung für eine Farbe ergebe sich alles sukzessive. „Ich stelle mich hin und male einfach.“ Immer wieder sei sie selbst sehr gespannt, was am Ende dabei herauskommt.

Was dabei herauskommt, und wie gut das mit den Objekten von Beatrice Gunschera harmoniert, davon können sich Kunstfreunde noch bis zum 6. Oktober im Kunstspeicher überzeugen. Die Ausstellung öffnet jeden Samstag und Sonntag, von 15 bis 18 Uhr.