In der schon Tradition gewordenen Veranstaltungsreihe „Kino auf dem Schultenhof“ zeigte der Förderverein Mettinger Schultenhof am Freitag, dem 6. September 2013, den vielfach ausgezeichneten belgischen Spielfilm „Das Haus auf Korsika“. Trotz drohenden Gewitters hatten sich viele Zuschauer eingefunden. Blitz und Donner
untermalten die Filmkulisse.

 

Der Filmregisseur Pierre Duculot schildert den Weg einer jungen Frau , die ohne Perspektiven im grauen Alltag einer öden Kleinstadt lebt, ohne große Erwartungen an die Zukunft oder auf Veränderung. Ihr Leben gestaltet sich nun grundlegend anders als ihre verstorbene Großmutter ihr unerwartet ein Haus auf Korsika vermacht. Korsika verheißt eine gegensätzlich andere Welt voll Sonne, Abenteuer und Lebensfreude. Diese Hoffnung trifft jedoch nicht ganz zu. Denn das Haus ist alles andere als ein Idyll, sondern, wie es der französische Originaltitel treffend und drastisch formuliert, ein heruntergekommenes Anwesen am „Arsch der Welt“. Die Protagonistin , Tina ,schreckt ein solches Abenteuer aber nicht ab. Und das ist der Hauptgrund , warum man diesen wunderschönen Film mit atemberaubenden Inselansichten auf keinen Fall verpassen sollte.

 

Duculot erzählt behutsam und präzise die Entwicklung der jungen Frau auf der Suche nach einer neuen Lebensform, und die sensationelle Hauptdarstellerin Christine Cornil verkörpert diesen Versuch auf ergreifende Weise und verdeutlicht den Prozess des Neuanfangs vom mühevollen Alltag im tristen Charleroi zu einer eigenständigen Lebensführung auf beeindruckende Art.

 

Heute das Vermächtnis der Vergangenheit zu ehren und, wie es der Film zeigt, zur Grundlage eines positiven Zukunftsentwurfs mit der Orientierung an der Wirklichkeit  eines mühevollen Lebens zu machen, das ist die besondere Botschaft des Kinostreifens.

Und dass ein solche Begebenheit oft kein Märchen ist, das gibt auch dem Zuschauer einen Hauch von Hoffnung.