Künstlerdorf 2016

„Vergesst, was Ihr machen wollt“ IVZ vom 5.9.2016 - Dietlind Ellerich

Acht Künstler machen interessante Angebote

        Fotos: Christina Kasten

Insgesamt acht Workshops wurden am Wochenende auf dem Mettinger Schultenhof angeboten. Es war die bereits dritte Auflage des Künstlerdorfes, das für eine schöne Atmosphäre auf der alten Hofanlage sorgte.

METTINGEN. „Was wird das“, wollen Feline und ihre Freundinnen von dem Mann wissen, der mit Hammer und Meißel den Baumberger Sandstein bearbeitet. Die neugierige Frage des Trios sei der Klassiker, weiß Kristian Niemann und findet diesen unserer heutigen Leistungsgesellschaft geschuldeten Anspruch nicht nur schade, sondern sogar falsch. „Vergesst, was Ihr machen wollt“, gibt der Künstler aus Salzbergen in seinem Workshop als Devise aus und weiß aus eigener Erfahrung, dass auf diese Weise Kunst entsteht.

Kristian Niemann aus Salzbergen leitet eins von acht Angeboten, die am Wochenende den Schultenhof zu einem Künstlerdorf machte. Ute Schwermann-Temmen vom Förderverein Mettinger Schultenhof hat auch diese dritte Auflage federführend organisiert und ist begeistert von der schönen Atmosphäre auf der alten Hofanlage. „Überall ist etwas los“, freut sie sich über die Vielfalt der Workshops, in denen Kinder und Erwachsene sich im Zeichnen, Drucken oder Malen, im Bau von Skulpturen, Miniaturwohnungen oder einer Himmelspyramide, im Entwerfen eines Traumwagens versuchen.

Neben Kristian Niemann sind weitere Künstler aus der Region im Künstlerdorf aktiv und zeigen den Teilnehmern, wie es geht. Die Druckpresse von Andreas Gorke aus Brochterbeck ist am Samstag von Kindern umringt, die auf feinstem Büttenpapier wunderschöne Motive entstehen lassen. Gespannt verfolgen sie, ob nach dem Druck alles wirklich genauso aussieht, wie sie es sich vorgestellt haben. Wo ihr „Einhorn mit Fee“ einmal hängen wird, weiß die neunjährige Emma noch nicht, wohl aber dass sie sehr sorgfältig arbeiten musste, damit es richtig gut wird. Doch Emma ist ein alter Hase, war schon im vergangenen Jahr dabei, hat Übung und weiß, worauf es ankommt.

Ein paar Meter weiter entstehen Traumwohnungen im Schuhkarton. Bei Bau und Einrichtung helfen die Architektin Barbara Heuer und die Sozialpädagogin Mareike Oberhoff, die den jungen Teilnehmern alle Freiheit lassen, ihre Zimmer im Karton zu gestalten. Egal, ob das Badezimmer über dem Kinderzimmer liegt und das Wohnzimmer dazwischen oder gar daneben, Ada und Joelina sind in ihrem Element und finden beide, dass das Schlafzimmer der schönste Raum des ganzen Hauses werden soll.

Draußen ist Thomas Rolf mit Säge, Bohrer und jeder Menge Kindern im Einsatz. Eine Himmelspyramide soll es werden, aus Ästen und Holzlatten, mit bunten Sprossen und Draht, da ist Fantasie und Kreativität gefragt, und selbst die Kleinsten sind eifrig mit dem Pinsel am Werk, um die Installation zu einem echten Hingucker werden zu lassen.

Nicht nur die Nachwuchskünstler schauen in ihren Schaffenspausen, was die Teilnehmer in den anderen Workshops tun, das Künstlerdorf des Fördervereins Mettinger Schultenhof freute sich am Wochenende auch über eine Reihe von Zaungästen, die sich von den ungewohnten handwerklichen Geräuschen locken ließen. Einige kamen gezielt, um zu schauen, was auf dem Hof los ist. So war die Mettingerin Petra Finke mit ihrem Besuch aus Waltrop vor Ort. Alle drei waren beeindruckt von den verschiedenen Workshops und von der Möglichkeit, Künstlern und Nachwuchskünstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen zu dürfen.

Auch Feline macht eine Tour durch Speicher und Scheune. Später versucht sich die Neunjährige selber am Baumberger Sandstein. Was es wird? Mal sehen!

 

Eigenbericht 8.6.2016

Wir laden Kinder, Jugendliche und Erwachsene herzlich ein, unseren historischen Lebens- und Arbeitsraum Schultenhof auf bunte und kreative Weise zu beleben.

 Anmeldungen per email unter schwermann_temmen@hotmail.com mit Angabe des gewünschten Kurses und den Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefonnummer und Alter). Es zählt die Reihenfolge der Anmeldung.

     
     
 
 

Der Schultenhof wird wieder zum Künstlerdorf

Viele Workshops am Wochenende des 3. und 4. September http://ivz-de.newssquare.de/_data/_data_online/2016/08/19/ivz/articles/img/Selbst-Hand-anlegen-ist-das-Motto-im-Kuenstlerdorf-p393626h.jpg

METTINGEN. Der Förderverein Mettinger Schultenhof macht am Wochenende, 3. und 4. September, das Schultenhofgelände wieder zu einem Künstlerdorf. „Wie schon in den letzten zwei Jahren bietet sich ein breites Spektrum an künstlerischen Gewerken für alle Altersgruppen“, so der Verein in einer Pressemitteilung.

Über zwei Tage geht der Kurs Sandsteinarbeiten mit Kristian Niemann. Das Ausgangsmaterial, Baumberger Sandstein, wird dabeu in Form gebracht. Hierbei geht es laut Kristian Niemann nicht um Körperkraft oder die fertige Vorstellung des Endproduktes, sondern um „den eigenen Willen zur Form und die Motivation sich dem künstlerischen Schaffensprozess zu ergeben“. Der Künstler aus Emsdetten ist Teil der Künstler-Gemeinschaft Welbergener Kreis. Sein Internetauftritt ist auf www.atelier54.de zu finden

Im Jahr 2001 initiierte der Förderverein Mettinger Schultenhof in und um Mettingen die „SkulpTour“. Überall in Mettingen installierten verschiedene Künstler Skulpturen, die zum Teil noch heute Bestand haben. Einer der Beteiligten war Reinhard Dasenbrock. „Ist Kunst ein rotes Tuch“ war ein Titel seiner Installation. Dasenbrock ist als regional beheimateter Künstler in vielen Ausstellungen präsent. Sein Workshop „Maskenbau ist (k)eine Kunst“ für Kinder und Erwachsene biete neben der Auseinandersetzung mit Material und Arbeitsweise ebenso unter seiner Anleitung „eine zusätzliche tiefere Ebene des Erlebens“.

Andreas Gorke ist als mehrfach ausgezeichneter regionaler Künstler mit internationalem Renommee gleich mit zwei Angeboten dabei. Ein Druckkurs für Kinder von sechs bis 15 Jahren bietet die Möglichkeit, verschiedene Drucktechniken auf hochwertigem Material auszuprobieren.

Für ambitionierte Anfänger und Fortgeschrittene bietet Andreas Gorke einen Workshop für Aquarell und Pinseltuschtechnik an.

„Auch in diesem Jahr soll nach dem Künstlerdorf wieder eine Installation den Schultenhof dauerhaft verschönern“, betont der Förderverein. Thomas Rolf habe mit seinem Mobile-Bau schon beim letzten Künstlerdorf begeistert. Hämmern, Sägen und Bohren lassen jedes Handwerker-Herz höher schlagen. Und wenn dabei auch noch Kunst herauskomme, „ist das für viele eine tolle neue Erfahrung.“ Die diesjährig von Thomas Rolf geplante „Himmelspyramide“ soll Raum für „viele gestalterische Möglichkeiten und für Handwerker-Träume“ lassen. Die „Himmelspyramide“ soll am Ende zwischen den Bäumen des Schultenhofes dauerhaft ausgestellt werden.

Am Samstag und am Sonntag, jeweils um 16 Uhr, findet eine Werkschau statt. Unter dem Motto „Wir feiern Kunst!“ bietet der Förderverein am Samstag ab 16.30 Uhr bei Livemusik, Gegrilltem und kühlen Getränken die Möglichkeit zum Austausch. | Für einige der angebotenen Workshops sind noch Anmeldungen möglich. Nähere Informationen auf www. schultenhof-mettingen.de. Für Kinder sind auch kostenlose Kurse im Angebot.