Vom Augenblick zum Kunstwerk - IVZ vom 6.2.2017

Dr. Josef Mönninghoff stellt seine Bilder im Kunstspeicher aus/Momente konserviert

Von Holger Luck

METTINGEN. Mit „Augenblicke III“ wurde am Freitagabend die erste Kunstausstellung des Jahres auf dem Mettinger Schultenhof eröffnet. Zur Vernissage im Beisein des Künstlers, Dr. Josef Mönninghoff, kamen rund 50 Kunstinteressierte.

„Nach ‚Augenblicke I‘ kam ‚Augenblicke II‘, da blieb mir nichts anderes übrig, als diese Ausstellung ‚Augenblicke III‘ zu nennen.“ Der aus Mettingen stammende Künstler Josef Mönnignhoff startete humorvoll in die Eröffnung seiner Werkschau im Kunstspeicher. Mit seiner ersten Augenblicke-Austellung war Mönninghoff schon einmal in Mettingen zu Gast. Bis auf wenige Ausnahmen zeige die aktuelle Werkschau aber „neue Augenblicke“, sagte der Künstler.

„Pittoresk“ sei ein Wort aus dem romanischen Kulturraum, das seine Werke sehr gut beschreibe. Es bedeute zum einen „malerisch“, aber auch „fremd, besonders und überraschend“. Er hoffe, dass die Besucher der Ausstellung gerade dieses „nicht genau in ihre Bilderwelt Passende“ als Poesie identifizieren und genießen können.

Bernhard Kötter vom Förderverein Schultenhof führte zusammen mit dem Künstler in die Ausstellung ein. In Form eines Interviews machte der Kunstfreund die Ausstellungsbesucher mit Mönninghoffs Schaffen vertraut. Unter anderem wollte Kötter wissen, wie der Augenblick, als „flüchtiger Moment“, zur „langen Dauer eines Bildes“ passe. Mönninghoff erklärte, dass der erste Augenblick der Wahrnehmung das spätere Bild bereits in seiner Vorstellung entstehen lasse. Mit einer Skizze oder einem Foto konserviere er diesen Moment. Das eingerahmte Endprodukt gebe schließlich den Eindruck wieder, den der Augenblick bei ihm ausgelöst habe.

Geboren in Mettingen, jetzt wohnhaft in Münster – das klinge ganz nach westfälischer Bodenständigkeit, meinte Kötter. Die Bilder der Ausstellung zeigten aber etwas anderes, nämlich im Mittelmeerraum platzierte Wasser-, Schiffs- und Landschaftsmotive. Mönninghoff löste auch diesen Widerspruch auf: Über die Begeisterung für französische Gedichte auf dem Gymnasium, habe ihn der Weg zum Romanistik-Studium geführt. Nach vielen Reisen seien ihm die Länder Südeuropas zur zweiten Heimat geworden.

Zur mediterranen Atmosphäre der Ausstellungseröffnung trugen auch die Musiker Marietta Schnüdel und Gregor Stewing bei. Mit Querflöte und Gitarre gaben sie der Werkschau einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen.