Bericht in der IVZ vom 01.10.2012 von Dietlind Ellerich

von links: Galerist Ralf Böhnke, Mitch Miller, Bernhard Kötter, Sebastian Osterhaus (Foto: Dietlind Ellerich, IVZ)

Eigenbericht: Sebastian Osterhaus

„Mich inspiriert alles, vieles und nichts.“

Rollen, Kostüme, Tier-Mensch-Symbiosen – in den Bildern von Sebastian Osterhaus spielen Mensch und Tier eine zentrale Rolle. Der Künstler erschafft bühnenartige Szenen, die Geschichten erzählen. Dabei nimmt der 30-Jährige den Betrachter an die Hand und führt ihn sicher und zugleich spielerisch durch seine Motive, Metaphern und Geschichten. Der fantasievolle Umgang mit den komplexen Inhalten seiner Arbeiten fordert den Betrachter nahezu heraus, das Anliegen des Künstlers zu entschlüsseln. Überhaupt leben seine Bilder von Andeutungen, Doppeldeutigkeiten und Überlagerungen. Sie sind sowohl inhaltlich als auch im malerisch-technischen Sinne vielschichtig.  „Mich inspiriert alles, vieles und nichts“, sagt Osterhaus, „für mich ist die künstlerische Betätigung eine Form von Forschungsarbeit, die ich mit Leidenschaft betreibe. Kunst ist ein Sprachmittel, um sich ausdrücken zu können. Jeder Künstler sollte seine ganz individuelle Sprache finden, um das auszudrücken, was ihn bewegt, erregt oder aufregt. Für mich persönlich war und ist immer jene Kunst wichtig gewesen, die mich visuell in ihrer Machart beeindruckt, technisch eine Könnerschaft aufweist, eine wunderbare Idee beinhaltet und vielleicht sogar ein Geheimnis in sich verbirgt. Kunst sollte kein Fast Food sein. Sie sollte bereichern, anregen und im besten Fall inspirieren.“Osterhaus' Bildhintergründe sind oft Landschaften oder abstrakte, imaginäre Räume, in denen eine dramatische oder mystische Stimmung herrscht und in denen sich realistisch dargestellte Protagonisten bewegen.  Die Bilder selbst werden durch Andeutungen und  Doppeldeutigkeiten lebendig. Einzelne Bildausschnitte  überlagern sich und kurze Sequenzen tauchen auf: Menschliche Figuren treffen auf groteske  Typen, die eher einem Comic entsprungen zu sein scheinen. Und immer wieder tauchen Tiere auf. Schnell wird klar, dass diese faszinierenden, rätselhaften und zugleich surreal wirkenden Tier-Mensch-Wesen für mehr stehen: „Ich habe mir in einem Ausstellungsgespräch mit dem Maler Martin Eder folgenden Satz gemerkt: ‚Jede Gesellschaft bekommt die Bilder, die sie verdient‘. Ein passender Satz wie ich finde. Kunst ist ein Abbild der Gesellschaft.“