Picknick und Folkmusik gehen auch ohne Sommer

aus der IVZ vom 26.06.2012 (Dietlind Ellerich) - Fotos: Karl Dortenkamp

„Warum kommen nur so viele Menschen“, fragt Barbara Brüning und kann hinter der gespielten Verzweiflung ihre Freude nur schlecht verbergen. Freude darüber, dass trotz des schlechten Wetters jede Menge Besucher und Musikbegeisterte zum Irischen Picknick auf dem Schultenhof eintrudeln.  

 METTINGEN. „Warum kommen nur so viele Menschen“, fragt Barbara Brüning und kann hinter der gespielten Verzweiflung ihre Freude nur schlecht verbergen. Freude darüber, dass trotz des schlechten Wetters – am Sonntagnachmittag regnet es Bindfäden – jede Menge Besucher und Musikbegeisterte zum Irischen Picknick auf dem Schultenhof eintrudeln.  Das eigentlich als Open Air auf der idyllisch gelegenen Wiese unter alten Bäumen geplante Picknick wird kurzerhand in die Diele verlegt. Und die Vorsitzende des Fördervereins Mettinger Schultenhof, der Veranstalter ist, kann auch jetzt ihre Freude nicht verhehlen – die leer geräumte Diele wirkt hell und freundlich. Und es passen seit dem Umzug von Mettinger Modell und Mineraliensammlung viel mehr Menschen hinein.

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Knapp 150 sind am Sonntagnachmittag gekommen, um irische und schottische Folkmusik zu hören. Alle die auf „An Rinn“, die fünf Musiker mit den unzähligen Instrumenten gesetzt haben, müssen sich ein wenig gedulden. Zunächst spielt das Trio „The Corbies Band“ mit Thorsten Frahling, Julia Burkhardt und Michael Bolle auf und stimmt mit seiner Musik auf die Gruppe „An Rinn“ ein, die in Mettingen schon mehrfach für Begeisterung gesorgt hat.

So auch am Sonntag. Bestens gelaunte, höchst spielfreudige Musiker trafen auf ein Publikum, das sich an der Verlegung des Picknicks von der Wiese auf die Diele nicht störte und ebenso gut gelaunt war wie die Akteure auf der Bühne. In gemütlichen Runden saßen Kinder, Frauen und Männer zwischen bald geplünderten Picknickkörben und eigentlich nicht notwendigen Kühlboxen an Tischen voller Leckereien und ließen es sich gut gehen – musikalisch, im Takt klatschend und bei einigen Songs auch mitsingend, kulinarisch sowie in angeregter Unterhaltung. Dazu gab es trotz wenig sommerlicher Temperaturen ein kühles Guinness – und die Welt war in Ordnung. So lässt sich auch ein Sommer aushalten, der seinen Namen nicht verdient, waren sich die Besucher einig.

Brian McSheffrey, Martin Czech, Helmut Henke-Thiede, Alexander Maßbaum und Matthias Malcher ließen sich gerne auf ihre Zuhörer ein. In beinahe fliegendem Wechsel brachten sie ihre rund 20 Musikinstrumente – von der Blockflöte über den Dudelsack bis zum Kontrabass war alles dabei – zum Klingen. Charmant und launig moderiert von Leadsänger Brian McSheffrey nahmen sie ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise durch Irland, Schottland, Dänemark und die USA.

Nach dem gut zweistündigen Programm gab es stehend Applaus und Zugabe-Rufe. „An Rinn“ ließ sich nicht lange bitten, die Band war mit dem Nachmittag im rustikalen Ambiente wohl genauso zufrieden wie das Publikum und der Veranstalter.