Ausstellung "Die vier Jahreszeiten" von Nikolaus Schuck
vom 05.03. bis 27.03.2011, immer samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr     Mehr über den Künstler und sein Werk

 

Der Osnabrücker Künstler präsentiert im Kunstspeicher auf dem Schultenhof einen überwiegend für diese Ausstellung konzipierten Zyklus unter dem Titel „Die 4 Jahreszeiten“ von eindrucksvollen, farbintensiven Gemälden. In seinen Bildern, die sich im Grenzbereich zwischen Gegenständlichkeit und starker Abstraktion bewegen, versucht Nikolaus Schuck, persönliche, ihm wichtig erscheinende Eindrücke von den Zeitabläufen eines Kalenderjahres wiederzugeben.             ***     Kurzer Film von Ausstellungseröffnung am 04.03.2011 mit Prof. Dr. Felix Osterheider, Osnabrück      ***

   

 Zeitungsbericht in der IVZ vom 08.03.2011 (Dietlind Ellerich)         

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Mettingen. Jemand, der behaupte, ein Bild sage ihm nichts, habe mit diesem bereits kommuniziert, ist Professor Dr. Felix Osterheider überzeugt. „Lassen Sie sich ruhig darauf ein“, forderte er die vielen Besucher der Vernissage im Mettinger Kunstspeicher auf. Diese ließen sich gerne auf die „Vier Jahreszeiten“ von Nikolaus Schuck ein, die bis Sonntag, 27. März, dort zu sehen sind.


Er wolle seine Eindrücke dazugeben, obwohl er von Kunst keine Ahnung habe, gestand Osterheider, ein guter Freund des Osnabrücker Künstlers, bevor er einen sehr persönlichen, ein wenig philosophischen und höchst amüsanten Streifzug durch Schucks Zeitabläufe eines Kalenderjahres machte.

 

Aus jeder Jahreszeit pickte er sich ein Werk heraus, an dem er Schucks künstlerische Arbeit und Entwicklung erläuterte. Osterheider begann mit dem Winterbild „Frost“ und der Farbe Grau, die niederdrücke und die Menschen zwinge, sich mit sich selbst zu beschäftigen. „Das haben wir nicht so gerne, wir haben es lieber farbig“, stellte er fest. Schuck zeige, dass der Winter nicht starr, aber auch noch nicht vom Eise befreit sei.

 

"Was soll das kalte Blau im Herbst“, fragte er sich bei der Betrachtung der „Herbstnacht“ und stellte gleich die Verbindung zum Wanderer Schuck her,
der sich während seiner abendlichen Spaziergänge durch die Stadt von Lichteffekten stören lasse. Das Sommerdorf passe wegen seines Materialmixes mit
Stoff und rotem Knopf nicht zum dominierenden Acryl, betonte Osterheider und hatte auch hier eine einleuchtende Erklärung parat. Nikolaus Schuck verstehe
 Spaß, sei zwar in seinem Wesen, aber nicht in seiner Kunst geradlinig und strotze vor Freude am Genuss, was während seiner roten Phase besonders
deutlich geworden sei.

„Hier knallt´s“, sagte er im Hinblick auf die neue Qualität von Farben in Schucks Frühlingsbildern. „Sie zeigen, welche Frische in einem Künstler steckt, der schon
seit einigen Dekaden dabei ist“, spielte Osterheider auf das Alter des 73-jährigen Künstlers an. Die „Vier Jahreszeiten“, die Schuck überwiegend für diese Ausstellung
konzipiert hat, bewegen sich auf der Grenze zwischen Gegenständlichkeit und starker Abstraktion. Die Bilder beschreiben im Frühling mit frischem Grün und Blüten
Aufbruch und Optimismus, im Sommer Helle und Hitze und die Sehnsucht nach dem Süden, mit flammenden und leuchtenden Rotbrauntönen eine melancholische
Stimmung und ein letztes Aufbäumen der Natur im Herbst sowie Rückzug und Vergehen in der Natur im Winter.

Bernhard Kötter vom Förderverein Mettinger Schultenhof, der den Künstler und seinen Zyklus ins Tüöttendorf eingeladen hatte, entschuldigte sich für den
ungünstigen Termin der Vernissage am Karnevalswochenende. Der Kunstspeicher war am Freitagabend dennoch voll, Schuck hatte seine Fangemeinde
aus dem Osnabrücker Land mitgebracht.

Gut gelaunt verfolgten sie Osterheiders Ausführungen, spickten sie mit der einen oder anderen Anekdote aus Schucks Künstlerleben und genossen Wein
und typisches Mettinger Schmalzbrot.