Ausstellung Bernhard Sprute vom 25.05. bis 23.06.2013 - Zeitungsbericht von Claudia Keller in der IVZ am 27.05.2013

         

Fotos: Jan-Herm Janssen

Verschiedenste Zeichen, Symbole und Muster: Damit füllt Bernhard Sprute seine Bilder. Eine Ausstellung des Bad Oeynhauseners ist seit Freitag im Kunstspeicher auf dem Schultenhof zu sehen.

METTINGEN. „Muster der Fülle“, der Name der neuen Ausstellung im Kunstspeicher auf dem Schutenhof ist Programm. Der Künstler Bernhard Sprute füllt seine Bilder mit verschiedensten Zeichen, Symbolen und Mustern aus der Tier-, Pflanzen- und Menschenwelt.

Zur Ausstellungseröffnung am Freitagabend auf dem Mettinger Schultenhof gab der in Bad Oeynhausen lebende Maler einen Einblick in seine Werke, in denen er zutiefst die menschlichen Gedanken diskutiert. Was Bernhard Sprutes Bilder konsequent vermitteln, sind Vorgänge, die man nicht nur ansehen, lediglich schnell und oberflächlich anschauen kann, sondern die man beim Sehen selber verspüren und persönlich nachvollziehen muss.

Langes Sehen, konzentriertes Betrachten ermöglichen ein Nachvollziehen der verschlungenen Farbwege und -zeichen. Die Bilder und Figuren geben immer wieder Stück für Stück einzelne Elemente preis. Das eben noch Gesehene entschwindet langsam wieder. Im Entstehungsprozess des Bildes trug Bernhard Sprute, Absolvent der Kunstakademie Münster und Meisterschüler des international bekannten Professors Timm Ulrich viele Schichten auf die Leinwand auf. „Hinter der vorderen Schicht sind immer noch andere Bilder“, sagt der 64-Jährige. Jedes Bild sei ein Weg, sobald etwas Neues dazukommt, fällt etwas Altes aus dem Blick.

Auf dem Weg seines künstlerischen Schaffens setzt der gebürtige Detmolder seine Vorstellungskraft in der vielfältigen Vorstellung der Farbe um. Dabei trägt der ehemalige Lehrbeauftragte an der staatlichen Kunstakademie Münster die Farbfülle direkt mit der Tube auf. „Das geht direkter und ungenauer, so kann ich besser reagieren, beschreibt Sprute sein kreatives Schaffen, welches meistens auf dem Fußboden entsteht.

Mit dem Wunsch nach einem positiven sozialen Gefüge verbindet der Künstler Farben, die sich in ihren Komponenten normalerweise abstoßen wie Öl und Wasserfarben. „Nach einiger Zeit gehen die Farben eine Verbindung ein und etwas Neues entsteht daraus“, erklärt der Bad Oeynhausener. In der Grundtextur seiner Bilder verwendet der Meisterschüler oftmals eine imprägnierte Leinwand, die er nach klassischer Manier in immer dichter werdenden Auftrag von Ölfarben, Beizen und Dispersionsfarben bearbeitet. Dabei entsteht ein unvergleichlicher Farbklang mit einer beeindruckenden Leuchtkraft, den jeder Zuschauer als Ergebnis des Kunstprozesses universell für sich erschließen und entschlüsseln kann.

In Gegenwart des Künstlers begrüßte Bernhard Kötter im Namen des Fördervereins Schultenhof alle anwesenden kunstbegeisterten Gäste zur Eröffnung der Ausstellung „Muster der Fülle“. Noch bis zum 23. Juni zeigt der Förderverein Schultenhof die Werke aus der Tradition der Tafelmalerei jeweils samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr im Kunstspeicher.