Große Bandbreite an Themen

„Alte Meister – Neue Bilder“ im Kunstspeicher Schultenhof

24. Feb. 2019 - 15:26 Uhr
von Dietlind Ellerich

Im Mettinger Kunstspeicher hängen, stehen und vor allem sprechen Rosemarie Sprutes großformatige Bilder derzeit für sich. „Neue Bilder – Alte Meister“ ist der Titel ihrer Ausstellung, die am Freitagabend im Kunstspeicher auf dem Schultenhof eröffnet wurde.

METTINGEN. „Wir sind ein gutes Team, aber unsere Bilder vertragen sich nicht“, sagt Rosemarie Sprute schmunzelnd. Kein Wunder, dass die beiden Künstler, Sprute und ihr Mann Bernhard, zu Hause in Bad Oeynhausen räumlich getrennt voneinander arbeiten.

Die Eröffnung war am 21.2. mit Bernhard Kötter, Ute Schwermann-Temmen, Rosemarie Sprute und Hans Peterse von der Draiflessen-Collection (von links)

Im Mettinger Kunstspeicher hängen, stehen und vor allem sprechen Rosemarie Sprutes großformatige Bilder derzeit für sich. „Neue Bilder – Alte Meister“ ist der Titel ihrer Ausstellung, die am Freitagabend im Kunstspeicher auf dem Schultenhof eröffnet wurde.

Ute Schwermann-Temmen vom Förderverein skizziert in ihrer Begrüßung den Weg der Künstlerin, die nach umfassenden Studien in Philosophie, Kunstgeschichte und Kunstpädagogik und ihrer Lehrtätigkeit weiter Kunst studierte. „Und quasi so nebenbei ist dabei eine Fülle von wundervollen und inspirierenden Bildern entstanden, die ganz entschieden in die Welt gehören“, befindet sie mit Blick auf die Werke, die wie Sprutes Arbeitsplatz vor Farbensinnlichkeit übersprudeln.

Glücklich ist Schwermann-Temmen, für die Einführung in Sprutes Ausstellung den Fachmann Hans Peterse vom Museum Draiflessen Collection „abgeworben“ zu haben. Der macht erst einmal salopp deutlich, dass die Ausstellung mit ihrer ganzen Bandbreite von Themen „eigentlich eine Zumutung“ sei.

Dogen, Sultane, Heilige Familie, Sibyllen, Sprutes Bilder seien Verknüpfungen von Orient und Westen, von Morgen- und Abendland, ein Dialog zwischen den Kulturen, führt Peterse aus. „Sie laden ein, sich mit dem auseinanderzusetzen, was wichtig ist im Leben“, weiß er aus Erfahrung. „Sprutes Bilder sind keine intellektuellen Gemälde“, stellt er fest. Ihr Faible für die Sibyllen, die gelehrten Frauen, gefällt dem Fachmann. „Ich hoffe, dass sie da weitermacht“, sagt er am Freitag im Kunstspeicher.

Rosemarie Sprute stellt in ihren Werken die Verbindung von Altem und Aktuellem in den Fokus. So stellt sie das alte und gleichzeitig aktuelle Thema „Flucht“ nicht hinter, sondern auf den mehr als vier Meter breiten Paravent, einen Schutzschirm, und somit einen Bezug zwischen dem alten Unheil, der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten, und der Migration heute dar.

Hans Peterse hat sich wie viele Besucher der Ausstellungseröffnung in den sechsteiligen Paravent „im Harmonika-Prinzip“ verguckt und lobt die wunderbare Präsentation der Schau im urigen Kunstspeicher.

Den Kontakt zum Förderverein Mettinger Schultenhof vermittelte Sprutes Zeichenlehrer Markus Parusel. Der gebürtige Mettinger lebt wie die Künstlerin in Bad Oeynhausen. Ihr Ehemann Bernhard war 2013 mit seiner Ausstellung „Muster der Fülle“ ebenfalls Gast des Fördervereins Schultenhof.

Die Ausstellung „Neue Bilder – Alte Meister“ von Rosemarie Sprute ist bis 24. März samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr im Mettinger Kunstspeicher zu sehen.

 

Eigenbericht

 

In der ersten Kunstausstellung dieses Jahres zeigt der Förderverein Mettinger Schultenhof vom Freitag, 22. Februar, bis zum Sonntag, 24. März, neue Arbeiten der in Bad Oeynhausen lebenden Künstlerin Rosemarie Sprute.

Die Malerin greift in ihren Bildern eine Vielzahl von Themen auf, die sie künstlerisch gestaltet und mit eigenen Bezügen versieht. Das teilt der Förderverein mit. Die Bilder sind im Kunstspeicher auf dem Schultenhof zu sehen.

Sybillen aus Kleinasien, Sumoringer und Sultane, weibliche Heilige aus Spanien und venezianische Dogen spielen in ihren Werken eine bedeutsame Rolle und werden in Bildformeln umgesetzt, in denen Aspekte wie Mythos und Legende, Kult und Ritus lebendig werden. In einer rauen Maltechnik des Verdeckens und Aufdeckens werden die historischen Motive neu interpretiert und in ihrer Summe zu einem roten Faden, der zu unseren gegenwärtigen kulturellen Konflikten führt.

Die Eröffnung der Ausstellung im Kunstspeicher ist am Freitag, 22. Februar, um 20 Uhr. Die Bilder sind bis 24. März zu sehen. Die Öffnungszeiten sind jeweils samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr.