21.10.2022 Duo Calan­the — Kon­zert für Har­fe und Violine

Har­fe und Vio­li­ne in Vollendung

Duo Calan­the im Kunstspeicher

Ein wenig fran­zö­si­sche Nobles­se ver­sprach schon der Titel „Bou­quet de fleurs“. Mit fan­tas­ti­schen Klän­gen von Har­fe und Vio­li­ne ließ das Duo Calan­the am Frei­tag das Publi­kum in Mett­in­gen in einen regel­rech­ten musi­ka­li­schen Sog geraten.

Von Sun­hild Sala­schek
Mett­in­gen · Sams­tag, 22.10.2022 — 18:00 Uhr
Am Freitag konzertierten Mascha Wehrmeyer (Violine) und Lea Maria Löffler (Harfe) des Duos Calanthe im Kulturspeicher auf dem Schultenhof.

Am Frei­tag kon­zer­tier­ten Mascha Wehr­mey­er (Vio­li­ne) und Lea Maria Löff­ler (Har­fe) des Duos Calan­the im Kul­tur­spei­cher auf dem Schul­ten­hof. | Foto: Sun­hild Salaschek

Es war ein traum­haf­tes Duo vol­ler Ener­gie und es sprüh­te dabei vor Lebens­freu­de. Am Frei­tag kon­zer­tier­ten Mascha Wehr­mey­er (Vio­li­ne) und Lea Maria Löff­ler (Har­fe) des Duos Calan­the im Kunst­spei­cher auf dem Schul­ten­hof. Es strahl­te so viel musi­ka­li­sche Freu­de aus, dass das über 50-köp­fi­ge Publi­kum sofort in sei­nen Sog geriet.

Die Musi­ke­rin­nen hat­ten dem Kon­zert den Titel „Bou­quet de fleurs“ gege­ben und damit an fri­scher fran­zö­si­scher Nobles­se ange­knüpft. Sie wid­me­ten sich aber nicht nur Wer­ken aus Frank­reich, son­dern spiel­ten über­wie­gend herr­li­che Musik vom Beginn des 20. Jahr­hun­derts aus ver­schie­de­nen Blickwinkeln.

Sie eröff­ne­ten das Kon­zert mit vol­lem Klang und ele­gant mit einem Duett des deutsch-bal­ti­schen Kom­po­nis­ten Nico­lai von Wilm. Das nächs­te Stück „Meer im Früh­ling“ stammt aus der Feder des Japa­ners Michio Miya­gi, wie das Duo mit kur­zer Mode­ra­ti­on infor­mier­te. Miya­gi war selbst Instru­men­ten­bau­er und Spie­ler der „Wölb­brett­zi­ther“, einem ursprüng­lich höfi­schen japa­ni­schen Instru­ment. Mit ihren bis zu 80 Sai­ten weist die­se durch­aus Ähn­lich­kei­ten mit der Har­fe auf.

Bei der Inter­pre­ta­ti­on des Duos Calan­the mein­te man gera­de­zu sanf­te Wogen und auch ein­zel­ne Was­ser­trop­fen per­len zu hören. Es wirk­te wie eine freund­li­che Unter­hal­tung zwi­schen zuver­sicht­li­chen Fra­gen der Har­fe und klei­nen bestä­ti­gen­den Ein­wür­fen der Gei­ge. Schon hier konn­te die Har­fe eine Füh­rungs­rol­le über­neh­men, und Löff­ler brach­te im nächs­ten Stück, einem Solo von Mar­cel Grand­ja­ny, das in Kam­mer­mu­sik­kon­zer­ten sel­ten zu hören­de Instru­ment erst recht vir­tu­os zur Geltung.

Nach der Pau­se bril­lier­te dann auch Wehr­mey­er aus­drucks­stark mit Varia­tio­nen von Hein­rich Wil­helm von Ernst über ein jid­di­sches Lied mit tech­ni­schen Kabinettstückchen.

Ihre vol­le Far­ben­pracht ent­wi­ckel­ten die jun­gen Künst­le­rin­nen dann wie­der gemein­sam. Sie spiel­ten, wie sie sag­ten, mög­lichst nur Stü­cke, die ihnen selbst wirk­lich gefie­len. Das dürf­te der ent­schei­den­de Punkt sein, war­um die Stü­cke bei den Hörern so gut anka­men. Die Freu­de der Inter­pre­tin­nen war in jedem Ton zu spü­ren, sei es beim Pot­pour­ri von Lou­is Spohr über die Zau­ber­flö­te, sei es bei der „klei­nen Sona­te“ von Gaet­a­no Doni­zet­ti oder bei einer Kom­po­si­ti­on von Hen­ri­et­te Renié, einer frü­hen För­de­rin des bereits gehör­ten Grandjany.

Eine Son­der­stel­lung im Pro­gramm nahm die Sona­te für Flö­te und Kla­vier von Fran­cis Pou­lenc ein. Die­ses von Pou­lenc selbst beson­ders geschätz­te Stück hat­te das Duo so begeis­tert, dass es sie für die eige­nen Instru­men­te bear­bei­te­te. Auch beim Publi­kum war die Bewun­de­rung für die­ses letz­te Stück des Kon­zerts groß. Es dank­te mit lan­gem Applaus für den her­vor­ra­gen­den und schö­nen Abend. Dar­auf­hin ver­ab­schie­de­te sich das Duo Calan­the – benannt nach einer schö­nen Orchi­dee – mit einer Roman­ze von Dimi­t­ri Schostakowitsch.

 

Kon­zert für Vio­li­ne und Har­fe auf dem Mett­in­ger Schultenhof

Das „Duo Calan­the“ spielt im Kulturspeicher

Die bei­den Musi­ke­rin­nen Mascha Wehr­mey­er (Vio­li­ne) und Lea Maria Löff­ler (Har­fe) geben am 21. Okto­ber ein Kon­zert im Mett­in­ger Kunst­spei­cher. Wel­ches Pro­gramm zu hören ist und wer die bei­den jun­ge Damen sind, die als „Duo Calan­the“ auf­tre­ten.
Klei­ne Hör­pro­be: Lea-Maria Löff­ler spielt auf der Har­fe Scarlatti:

 
Von Redak­ti­on IVZ
Mett­in­gen · Don­ners­tag, 06.10.2022 — 18:00 Uhr
Das „Duo Calanthe“ mit Mascha Wehrmeyer (Violine) und Lea Maria Löffler (Harfe) spielt am Freitag, 21. Oktober, im Kunstspeicher auf dem Mettinger Schultenhof.Marco Ganzmann

Das „Duo Calan­the“ mit Mascha Wehr­mey­er (Vio­li­ne) und Lea Maria Löff­ler (Har­fe) spielt am Frei­tag, 21. Okto­ber, im Kunst­spei­cher auf dem Mett­in­ger Schultenhof.Marco Ganz­mann | Foto: Mar­co Ganzmann

Mit der Ein­la­dung des „Duo Calan­the“ möch­te der För­der­ver­ein Mett­in­ger Schul­ten­hof sei­ne Tra­di­ti­on klas­si­scher Kon­zer­te im Kunst­spei­cher des Hofes am Frei­tag, 21. Okto­ber, wei­ter­füh­ren. Beginn ist um 20 Uhr, teilt För­der­ver­ein in einer Pres­se-Infor­ma­ti­on mit.

Erst­ma­lig seit der Instal­la­ti­on des Auf­zu­ges kön­nen auch beein­träch­tig­te Gäs­te an einer sol­chen Ver­an­stal­tung teil­neh­men. Mit dem „Duo Calan­the“ wur­den hoch­ka­rä­ti­ge Musi­ke­rin­nen ver­pflich­tet, die für ein wun­der­ba­res Kon­zert sor­gen wer­den, ver­spricht der Förderverein.

Mascha Wehr­mey­er (Vio­li­ne) und Lea Maria Löff­ler (Har­fe) sind Preis­trä­ge­rin­nen der Bun­des­aus­wahl des Deut­schen Musik­wett­be­wer­bes und bie­ten ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm mit Wer­ken aus Frank­reich, Deutsch­land, Ita­li­en, Lett­land, der Ukrai­ne, Japan und Süd­afri­ka. Lou­is Spohr, Michio Miya­gi, Nico­lai von Wilm, Dimi­t­ri Schost­a­ko­witsch, Gaet­a­no Doni­zet­ti, And­res Izma­lov, Mat­th­ijs van Dijk und Hen­rìet­te Renie sind die Kom­po­nis­ten die­ses exqui­si­ten „Bou­quet de fleurs“. Die Wer­ke wur­den fast aus­schließ­lich ori­gi­nal für Vio­li­ne und Har­fe geschrieben.

Mascha Wehr­mey­er sagt von sich „Musik war schon immer mei­ne Spra­che“. Bereits mit zehn Jah­ren durf­te sie an ver­schie­de­nen Musik­hoch­schu­len als Jung­stu­den­tin stu­die­ren, zuletzt ab 2018 bei Ant­je Weit­haas an der Hoch­schu­le für Musik „Hanns Eis­ler“ in Ber­lin. Lea Maria Löff­ler ent­deck­te ihre Lie­be zur Har­fe mit fünf Jah­ren. Ver­schie­de­ne Leh­re­rin­nen und Leh­rer för­der­ten sie, bis sie 2013 in die Früh­för­der­klas­se der Hoch­schu­le für Musik Würz­burg auf­ge­nom­men wur­de. Es folg­ten die Hoch­schu­le für Musik Det­mold und 2018 bis 2019 die Klas­se von Isa­bel­le Moret­ti am „Con­ser­va­toire natio­nal superi­eur de musi­que et de dan­se de Paris“.

Zahl­rei­che Prei­se bele­gen ihre außer­ge­wöhn­li­che Ent­wick­lung als Har­fe­nis­tin. Als Kam­mer­mu­si­ke­rin spielt sie in ver­schie­de­nen Ensem­bles, aber auch mit Orches­tern wie den Würz­bur­ger Philharmonikern.

Kar­ten gibt es bei der Tou­rist­info und im Bücher­wurm für 14 Euro (Abend­kas­se 16 Euro).

Mascha Wehr­mey­er (Vio­li­ne) und Lea Maria Löff­ler (Har­fe) “Bou­quet de fleurs

Die Musi­ke­rin­nen haben ein exqui­si­tes Bou­quet zusam­men­ge­stellt, in dem jede Blü­te einen Kom­po­nis­ten aus einem ande­ren Land reprä­sen­tiert. Dabei wer­den Sie Wer­ke aus Frank­reich, Deutsch­land, Ita­li­en, Lett­land, der Ukrai­ne, Russ­land, Japan und Süd­afri­ka hören, die fast aus­schließ­lich ori­gi­nal für Vio­li­ne und Har­fe geschrie­ben wur­den.

Lou­is Spohr (1784–1859)
Sona­te in D‑Dur op. 114
Alle­gro viva­ce
Pot­pour­ri aus The­men der „Zau­ber­flö­te“

Michio Miya­gi (1894–1956)
Haru no Umi

Nico­lai von Wilm (1834–1911)
Duo op. 156

Pau­se

Gaet­a­no Doni­zet­ti (1797–1848)

Sona­te in g‑Moll A 508
Lar­ghet­to
Alle­gro

Dmi­t­ri Schost­a­ko­witsch (1906–1975)
Roman­ze aus der Suite „The Gad­fly“ op. 97
Bear­bei­tung für Vio­li­ne und Har­fe von Duo Calanthe

And­res Izmay­l­ov (*1974)
Suite
Mee­ting
Pray­er
Quar­rel
Recon­ci­lia­ti­on

Mat­th­ijs van Dijk (*1983)
Aus: Dances of Soli­tu­de
III. Teil

Hen­ri­et­te Renié (1857–1956)
Andan­te Reli­gio­so
Scher­zo-Fan­tai­sie